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Dinslaken
Flüchtlingsrat fühlt sich nicht ernstgenommen

Dinslaken. Morgen wird der Rat über die Fortschreibung des Dinslakener Flüchtlingskonzepts befinden. Auch Dinslakens Flüchtlingsrat hat sich mit dem Thema intensiv beschäftigt. Die Ehrenamtler fühlen sich allerdings, wie die Vorstandsmitglieder Bärbel Radmacher und Antje Breucking jetzt gegenüber der Rheinischen Post deutlich machten, in der Diskussion nicht richtig ernstgenommen. So sei ein vom Flüchtlingsrat erstelltes Papier, obwohl es der Verwaltung bereits im August vorgelegen habe, in der November-Sitzung des Sozialausschusses lediglich als Tischvorlage verteilt worden. "Dann ist doch klar, dass die Politik nicht mehr richtig intensiv darüber diskutieren kann", sagte Bärbel Radmacher. Auch seien die Vorschläge, die der Flüchtlingsrat im September im Arbeitskreis "Migration und Flucht" gemacht habe, weder im Protokoll der Sitzung noch in der Fortschreibung des Flüchtlingskonzepts aufgetaucht. Der Flüchtlingsrat fordert unter anderem, dass die Öffnungszeiten des Cafés in der Fliehburg, das für die Flüchtlinge ein Treffpunkt sein soll, ausgeweitet werden. Außerdem hält er mehr Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche in der Fliehburg für notwendig. Auf seine Kritik stößt die fehlende "Vernetzung und Zusammenarbeit mit dem Integration Point" der Arbeitsverwaltung. Hier müsse ein Forum entstehen, damit bei Betrieben bestehende Vorbehalte gegenüber der Einstellung von Flüchtlingen abgebaut werden könnten.

Zudem wünscht sich der Flüchtlingsrat einen regelmäßigen Austausch zwischen den Haupt- und den Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit. Er erwartet von der Stadt ein Konzept zur Schaffung von Sozialwohnungen - nicht nur für Flüchtlinge. Es sei ja, so Radmacher, durchaus ein Erfolg, wenn seit 2015 weit über 500 Bewohner aus der Fliehburg in private Wohnungen vermittelt werden konnten, doch dürfe dabei nicht der Eindruck entstehen, dass Flüchtlinge Dinslakenern, die auch auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum seien, die Wohnungen wegnähmen. Auch fordert der Flüchtlingsrat, dass Standards für die Unterbringung der Flüchtlinge in den Übergangseinrichtungen von der Verwaltung entsprechend überwacht werden.

(jöw)
 
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