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Dinslaken
Flüchtlingsrat für die dezentrale Unterbringung

Dinslaken. Massenunterkünfte werden nur für den Notfall und eine kurze Aufenthaltsdauer als akzeptabel angesehen.

Der Flüchtlingsrat Dinslaken ist weiterhin von der Idee der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen in der Stadt überzeugt. 5,9 Millionen Euro in die zentrale Unterbringung in der Fliehburg und im Hardtfeld zu investieren, widerspricht nach Überzeugung von Bärbel Radmacher, Sprecherin des Flüchtlingsrates, allen Bestrebenungen nach Integration. "Massenunterkünfte dürfen nur für den Notfall und eine kurze Verweildauer sein", sagt sie und zitiert ein Positionspapier des Flüchtlingsrates. Deshalb werden von der Organisation die Bemühungen von Politik und Verwaltung für eine dezentale Unterbringung begrüßt. "Integration passiert dort, wo Menschen miteinander leben - als Nachbarn und Sportvereinsmitglieder, als Kita- und Schulfreunde." Die Unterbringung in Sammelunterkünften sei nur auf den ersten Blick die schnellere und einfachere Lösung, "aber langfristig ist sie eine vertane Chance für unsere Stadtgesellschaft, die vom Miteinander der Vielfalt lebt", so der Flüchtlingsrat in seinem Stellungnahme. Die dezentrale Unterbringung ermögliche Begegnungen und helfe den geflüchteten Menschen, bei uns heimische zu werden. "Sie ermöglicht den Flüchtlingen ein würdevolles, eigenständiges und vor allem eigenverantwortliches Leben." In kleineren Wohneinheiten oder Wohnungen sei ihre Privatsphäre geschützt, sie könnten ihren Alltag wieder selbst und innerhalb der Gesellschaft gestalten. Die Integration könne sich in kleinen Schritten stetig entwickeln. Nach Ansicht des Flüchtlingsrates müssen in Dinslaken die wohnungsbaupolitischen Weichen für die Integration gestellt und die entsprechenden Beschlüsse gefasst werden: hin zur dezentralen Unterbringung.

Die Stadt Dinslaken sucht weiterhin Wohnungen für Flüchtlinge. Denn sie geht davon aus, dass in diesem Jahr etwa so viele Flüchtlinge wie 2015 beherbergt werden müssen: zwischen 900 und 1000. Da viele der Geflohenen eine Bleibeperspektive haben, setzt die Stadt auf Integration in einem normalen Lebensumfeld. Seit dem vergangenen Jahr konnten rund 140 Flüchtlinge in Wohnungen außerhalb der Sammelunterkünfte untergebracht werden. Für Wohnungen auf dem Immobilienmarkt kommen Familien und einzelne Flüchtlinge mit einem gesicherten Aufenthaltsstatus infrage oder mit Aussicht darauf. Wichtig für Angebote: Die Miete muss mit Blick auf rechtliche Vorgaben angemessen sein. Interessierte können sich an den kommunalen Fachdienst Wohnen, Telefon 02064 66457, wenden oder per E-Mail: Adam.Broszka@dinslaken.de

(hsd)
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