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Dinslaken
Folien kaschieren leerstehende Geschäfte

Dinslaken: Folien kaschieren leerstehende Geschäfte
Dinslaken. Das Unternehmen Fashionpoint Werbetechnik verschönert Leerstände in Dinslaken. Ein nächstes Projekt ist auf dem Altmarkt geplant. Firmeninhaberin Simone Brons arbeitet aber auch mit dem Porsche Zentrum in Moers zusammen. Von Hendrik Gaasterland

Die Lage des Ladenlokals scheint optimal zu sein: Es liegt direkt am neu gestalteten Neutorplatz mit freiem Blick auf die moderne Neutor-Galerie in unmittelbarer Nähe zur Haupteinkaufsstraße. Dennoch steht die Gewerbefläche Neutorplatz 4 seit zwei Jahren leer. Seitdem ein Reisebüro umzog, wurde kein Nachmieter gefunden. Vielleicht lag es an der Außenwirkung, denn die verdreckten und lieblos abgeklebten Scheiben des Leerstands an einem der schönsten Orte der Innenstadt passten auch der Wirtschaftsförderung zuletzt so gar nicht mehr ins Bild. Es musste reagiert werden und die Dinslakener Firma Fashionpoint Werbetechnik erhielt den Auftrag, den optischen Schandfleck zu beseitigen.

Die Wirtschaftsförderung suchte mit dem Heimatmuseum Voswinckelshof ein Motiv aus, das Fashionpoint im Großformat als Digitaldruck produzierte und zur Verschönerung an die Außenscheibe klebte. Zusätzlich befindet sich an der Eingangstür eine Informationsfolie für potenzielle Miet-Interessenten. "Es ist unser Pilotprojekt, um den leider vorhandenen Leerstand in der Stadt besser aussehen zu lassen. Wir sind gespannt, wie es angenommen wird", sagt Wirtschaftsförderin Svenja Krämer.

Wie Simone Brons, Inhaberin der Werbetechnikfirma berichtet, soll ein zweites Projekt bald schon starten: "Die Entwürfe für den leerstehenden Geldautomatenraum der Sparkasse am Altmarkt sind bereits fertig. Wir warten nur noch auf die Zusage."

Für die gelernte Grafikerin und Mediengestalterin stellen solche Aufträge kein Problem dar. Simone Brons gründete Fashionpoint 1997 und ist mit ihrem Unternehmen in Dinslaken fest positioniert. Ihre treuen Kunden heißen Sparkasse, Neutor-Galerie oder es ist die Stadt. "Ich habe mich aber nie nur auf den Standort Dinslaken konzentriert, sondern auch über den Stadtrand hinaus nach Möglichkeiten Ausschau gehalten. Deshalb haben wir heutzutage deutschlandweite Aufträge", berichtet die Firmenchefin. In der Anfangszeit war sie als eine der ersten in der Branche allein vor Ort tätig, inzwischen arbeiten bei Fashionpoint im Firmensitz an der Gerhard-Malina-Straße vier Leute und versuchen sich auf einem hart umkämpften Markt zu behaupten.

Die Dinslakenerin schafft dies, weil sie von der einfachen Beschilderung, über Bandenwerbung bis zur Flugzeugbeschriftung eine große Angebotspalette abdeckt. Seit einem Jahr ist die Produktion von Steinschlagschutzfolien für Autos ein Erfolg. Es sind jedoch nicht irgendwelche Fahrzeuge: Fashionpoint kooperiert mit dem Porsche Zentrum in Moers und hat auch Aufträge aus der Eifel für den Rennsport entgegengenommen. "Wir machen auch eine komplette Fahrzeug-Folierung, aber das Neueste sind die Steinschlagschutzfolien. Die sind so gut angekommen, weil die Kunden es nicht gemerkt haben, dass ihr Auto bereits beklebt wurde." Wenn das zu bearbeitende Objekt eine Luxuskarosse ist, gehen die Spezialisten von Fashionpoint mit viel Respekt an den Job: "Man fährt schließlich nicht selbst ein Auto in dieser Preisklasse. Deshalb ist es immer wieder etwas Besonderes. Aber es gibt Spezialprogramme, mit denen wir für jedes Modell die passende Folie erzeugen können. Diese wird dann ausgestanzt und durch unsere Grafiker verklebt." Es muss jedoch nicht immer die Arbeit mit einem Porsche sein. Die kleineren Aufträge der Wirtschaftsförderung nimmt Simone Brons auch gerne an, denn ihr liegt das Erscheinungsbild der Stadt am Herzen: "Als ich vor 20 Jahren aus Wesel nach Dinslaken kam, fand ich Dinslaken viel schöner. Das änderte sich in den letzten Jahren, weil Wesel mächtig aufgeholt hat. In Dinslaken gibt es jetzt immerhin die Neutor-Galerie und wenn wir mit unserer Arbeit für ein wenig mehr Attraktivität sorgen können, freut uns das."

Quelle: RP
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