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Dinslaken
"Freibad Hiesfeld darf nicht sterben"

Dinslaken: "Freibad Hiesfeld darf nicht sterben"
Allein in der Glückauf-Apotheke zählte Apotheker Marc Kriesten gestern früh schon 120 Unterschriften auf den Bögen. FOTO: aha
Dinslaken. Die Unterschriftenaktion des Freibadvereins gegen die Schließung ist angelaufen. Von Anja Hasenjürgen

"Das Freibad ist das Herz von Hiesfeld." Das hört der Hiesfelder Apotheker Marc Kriesten, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Hiefeld, von seinen Kunden immer wieder. Fast alle unterschreiben die Listen, die in mehreren Geschäften und eben auch in der Glückauf-Apotheke an der Sterkrader Straße ausliegen. Die Unterschriftenaktion unter dem Titel "Das Freibad Hiesfeld darf nicht sterben!" hat Iris Obecny, Vorsitzende des Vereins Freibad Hiesfeld, in Absprache mit Vereinen, Institutionen und Politikern aus Hiesfeld und Oberlohberg am Montag ins Leben gerufen. Allein in der Glückauf-Apotheke lagen gestern früh schon sechs ausgefüllte Bögen mit insgesamt 120 Unterschriften.

"Die Hiesfelder Bürger und alle anderen Badegäste wollen ihr schönes Freibad behalten", fordert der Begleittext auf den Unterschriftenbögen. "Wo sollen unsere Kinder schwimmen? Sollte der Erhalt der Gesundheit der Bürger nicht im Focus stehen?" heißt es weiter. Auch den Grünen-Vorschlag, das Freibad in ein Naturbad umzuwandeln, lehnen die Initiatoren ab: "Wir brauchen kein Naturbad. Was wir brauchen, ist unser Freibad, geben Sie hierfür Ihre Unterschrift."

Das lassen sich viele Hiesfelder laut Marc Kriesten nicht zweimal sagen. "Viele sind, wie ich auch, selbst als Kinder dort schwimmen gegangen", erklärt der 38-Jährige, der gestern noch sämtliche Geschäfte in Hiesfeld zum Thema anschreiben wollte. Zwar hätte eine Schließung des Freibades keine kurzfristigen Auswirkungen auf den Einzelhandel. Aber wie viele Hiesfelder fürchtet auch der Vorsitzende der Werbegemeinschaft einen "schleichenden Verfall" des Stadtteils, wenn in diesen nicht mehr investiert würde und Institutionen wie das Freibad nach und nach schließen.

Das habe dann durchaus Auswirkungen auf den Standort. Zwar habe die Stadt einen Entwicklungsprozess für Hiesfeld angestoßen - sichtbares Symbol ist der Kiosk-Neubau am Jahnplatz. Aber ein Planungsprozess dauere eben auch seine Zeit. Im übrigen engagiere sich die Werbegemeinschaft nicht nur für den Handel sondern auch für die Bereiche Freizeit und Kultur. Neben der Werbegemeinschaft waren Vertreter des BSV Barmingholten, des Heimatvereins Oberlohberg, des Schützenverbands Dinslaken, der Landfrauen, des Fördervereins Herz-Jesu-Kirche und der CDU Hiesfeld bei der Versammlung am Montag. Auch der SPD-Ortsverein Hiesfeld hat sich bereits positioniert und sich für den Erhalt des Freibades ausgesprochen.

Ziel der Unterschriftenaktion sei, so Marc Kriesten, Bürgermeister Dr. Michael Heidinger "Kartons voll Unterschriftenlisten" zu übergeben. Immerhin, so sagt Kriesten mit Verweis auf die nächsten Kommunalwahlen, leben in Hiesfeld und Oberlohberg etwa 20 .000 Wähler.

Ursprünglich sollte das Freibad an diesem Samstag, 14. Mai, eröffnen.

Quelle: RP
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