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Dinslaken
Freiwilligenzentrale koordiniert die Hilfe

Dinslaken: Freiwilligenzentrale koordiniert die Hilfe
In der Notunterkunft an der Taubenstraße in Dinslaken freuen sich die Kindereiner Flüchtlingsfamilie über die vielen gespendeten Kuscheltiere, mit denen sie nun spielen können. FOTO: Robin Kunte
Dinslaken. Bei der Caritas-Einrichtung in der Dinslakener Altstadt melden sich viele Bürger, die den Flüchtlingen helfen wollen und ihre Unterstützung anbieten. Lore Penzel und Anja Killemann sind dort die Ansprechpartnerinnen. Von Robin Kunte

"Unsere Telefone stehen überhaupt nicht mehr still", sagt Lore Penzel. Pausenlos klingeln Menschen bei der Freiwilligenzentrale in der Altstadt durch und bieten ihre Unterstützung an. Unzählige Dinslakener wollen den Flüchtlingen in der Stadt helfen, mit Sachspenden und durch ehrenamtliches Engagement. Seit gut zwei Wochen koordiniert die Freiwilligenzentrale der Caritas nun die Flüchtlingshilfe. Wer dort anruft, landet bei Lore Penzel oder ihrer Kollegin Anja Killemann.

"Die Hilfsbereitschaft ist weiterhin ungebrochen und ganz reizend", sagt Penzel. Seit Ende Juli befindet sich die Caritas als Träger der Dinslakener Flüchtlingsunterkünfte mittlerweile in einer Ausnahmesituation, damals kamen rund 120 Asylsuchende in den Notunterkünften in der Stadt an. In der vergangenen Woche hat das Land Dinslaken erneut 80 Menschen zugewiesen. Die 200 Geflüchteten wohnen derzeit in den Notunterkünften im Hardtfeld und an der Taubenstraße. Hinzu kommen 470 Menschen, die schon länger in Dinslaken leben und meist in der Fliehburg untergebracht sind.

Um die Unterstützung durch die Bürger besser zu strukturieren, nutzt die Caritas die seit langem bestehende Freiwilligenzentrale als erste Anlaufstelle. Jeder, der spenden oder persönliche Hilfe anbieten möchte, sollte sich an der Rittergasse melden. Lore Penzel und Anja Killemann sortieren, ordnen und versuchen sich in Abstimmung mit dem Möbellager der Caritas einen Überblick über die aktuellen Bedarfe zu verschaffen "Das läuft gut und wir sind bisher zufrieden damit", sagt Penzel. Auch die herausgegebenen Aufgabenbeschreibungen, an denen sich potenzielle Helfer orientieren können, seien stark nachgefragt. Darin sucht die Caritas beispielsweise Menschen, die Patenschaften für Flüchtlinge übernehmen, Behördengänge mit ihnen machen oder beim Lernen der deutschen Sprache helfen. "Wir freuen uns auch über Menschen, die sagen: 'Ich komme vorbei und spiele mit den Geflüchteten eine Stunde Fußball am Wochenende'", sagt Caritasdirektor Michael van Meerbeck. Jegliche Freizeitbeschäftigung für die Asylbewerber ist der Caritas willkommen. Deshalb sucht der katholische Hilfsverband derzeit verstärkt nach gespendeten Gesellschafts- und Brettspielen. "Backgammon soll sehr beliebt sein", sagt van Meerbeck. "Generell können wir alles gebrauchen, womit Kinder und Erwachsene spielen können."

Der Kontakt sollte auch in diesem Fall ausschließlich über die Freiwilligenzentrale hergestellt werden. Lore Penzel erreicht man dabei unter Telefon 02064 970642, ihre Kollegin Anja Killemann unter 0160 90449226. Man kann außerdem eine E-Mail an info@caritas-dinslaken.de schreiben.

Derweil setzt sich die Stadt Dinslaken mit einer für sie außergewöhnlichen Situation auseinander. Unter den Flüchtlingen, die am vergangenen Mittwoch in die Notunterkünfte gezogen sind, waren acht Minderjährige ohne Eltern. In dieser Größenordnung ist das ein Novum für die Stadt. Die Jugendlichen wurden vom Jugendamt auf Kinder- und Jugendheime in der Umgebung verteilt - das einzige städtische Heim ist komplett belegt.

Quelle: RP
 
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