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Dinslaken
Friedensdorf feiert mit Rap und guter Laune

Dinslaken. Hilfsorganisation verleiht zum ersten mal einen Jugendfriedenspreis. Von Dirk Hein

Die Mädchen und Jungen der Ruhrschule schreiten nacheinander im Entenmarsch auf die große Bühne - und sie haben ein Lächeln im Gesicht. Es sind ganz schön viele Menschen gekommen und alle Blicke sind auf sie gerichtet. Nun kommt auch noch jemand mit dem Mikrofon: "Wie hat es euch gefallen, beim Jugendfriedenspreis mitzumachen?" Die Antwort ist kurz, knapp und präzise: "Gut!"

Manchmal sagen Taten mehr als viele Worte. Und so haben sich die Schüler beim ersten Jugendfriedenspreis, der während des Dorffestes im Friedensdorf verliehen wurde, auch preiswürdig verdient gemacht. Einzelpersonen und Gruppen in den Altersklassen bis zehn oder über elf Jahre konnten sich bewerben, so wie eben auch die Schüler der Ruhrschule, die in ihrem Beitrag dokumentierten, wie an ihrer Schule das rücksichtsvolle Gemeinsame unter den Schülern gepflegt wird: wie sich Kinder gegenseitig trösten oder bei Alltagssorgen helfen. Herausgekommen ist eine filmreife Collage, die als Gegenstück zu manch schrecklichen Bildern von Krisengebieten aus den Nachrichten fungiert. Fazit: "Großartige Vorbilder!"

Beim ersten Jugendfriedenspreis gab es ein Kollektiv mit Einzelsiegern über Gruppen bis hin zu auswärtigen Akteuren. Wie das Friedensdorf selbst, soll der Preis von Bildungswerk, Jugendbegegnung Multi, Gedenkhalle und Jugendparlament unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Oberhausener Oberbürgermeisters Klaus Wehling über Grenzen hinaus wirken. Auch berühmte Gäste zog es zum Dorffest: Rapper J-JD stammt aus Angola, einem gebeutelten Land, in dem sich das Friedensdorf stark engagiert.

Heute rappt er in Deutschland und dem nahen Ausland — und er sah erstmals die Hilfe des Friedensdorfes, in dem momentan rund 170 Kinder versorgt werden: "Ich hatte wirklich Tränen in den Augen."

Der Musiker kam gemeinsam mit seinem Rap-Kollegen Tatwaffe vorbei, der als Mitglied der seit 20 Jahren musizierenden Hip-Hop-Formation "Die Firma" ("Die Eine") in der Szene berühmt ist. Dass man mit Musik etwas ändern kann, davon ist der Rapper überzeugt. "Politik argumentiert mit dem Kopf, Musik mit dem Herzen!" Es gehe um Emotionen, um eine Botschaft zu vermitteln. "Die Menschen sollen zum Nachdenken angeregt werden."

Quelle: RP
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