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Voerde
Fritz Potz feiert morgen 90. Geburtstag

Voerde. Über zwei Jahrzehnte lang leitete er die Realschule Voerde. Dass sie geschlossen wird, stimmt den angehenden Altersjubilar traurig. Seiner Schule ist er auch nach seiner Pensionierung stets eng verbunden geblieben. Von Heinz Schild

An seinem morgigen Ehrentag wird Fritz Potz viele Hände schütteln und Glückwünsche zu seinem 90. Geburtstag von Freunden und Wegbegleitern entgegennehmen können. Dem angehenden Altersjubilar sieht man die 90 Lenze nicht an, er ist immer noch fit, bescheiden geblieben und macht um seine Person kein Aufheben. Er ist mit sich und der Welt zufrieden. Doch gibt es eine Sache, über die er sich ärgert und für die er kein Verständnis aufbringt: Das ist die von der Politik beschlossene Schließung der Realschule Voerde. Denn das ist seine Schule, deren Leiter er mehr als zwei Jahrzehnte war, das Schulgebäude liegt nur einen Katzensprung entfernt vis-a-vis seinem Haus an der Allee. "Es ist traurig, dass man solch eine gute Schule schließt", bedauert er die Entwicklung.

Fritz Potz ist ein Mann, der viel erlebt hat. Geboren wurde er in Mönchengladbach, sein Vater besaß dort eine Druckerei. Im Alter von nur 17 Jahren machte Fritz Potz sein Abitur, was schon damals recht ungewöhnlich war. Es war die Zeit des Zweiten Weltkriegs, Potz erhielt seine Einberufung und wurde Soldat. Seine Ausbildung zum Fallschirmjäger absolvierte er bei der Luftwaffe. Er wurde zum Fronteinsatz abkommandiert und zweimal verwundet. Als der Krieg vorbei war, entschied er sich zu studieren. Potz schrieb sich schließlich an der Pädagogischen Akademie in Lüdenscheid ein, sein Ziel war es, Lehrer zu werden. Bereits 1949 erhielt er seine erste Stelle an der Klaraschule in Dinslaken. 1957 wechselte er zur Realschule Walsum, wo er drei Jahre lang tätig war. 1960 beschloss der damalige Kreis Dinslaken, die Trägerschaft über eine neue Realschule zu übernehmen. Sie sollte in Voerde in unmittelbarer Nähe des dortigen Freibades entstehen. Bis der Neubau bezugsfertig war, fand der Unterricht in einem älteren Schulgebäude in Spellen statt. Geleitet wurde die neue Realschule von dem Voerder Heinrich Scholten, ihm stand als zweiter Lehrer Fritz Potz zur Seite. Als Scholten 1969 in den Ruhestand ging, trat Fritz Potz dessen Nachfolge als Schulleiter an. Im Laufe der Jahre entwickelte die Schule sich zur größten Realschule im Regierungsbezirk Düsseldorf, sie wurde zu einer Hochburg des Schulsports, Stützpunktschule für Informatik und war äußerst beliebt als Ausbildungsort für Lehramtsanwärter. "Das war nicht mein Verdienst", sagt Potz. Kollegium, Elternschaft, es habe einfach alles gepasst. 1990 hießt es dann für Fritz Potz, Abschied von seiner geliebten Schule zu nehmen. Er ging in den Ruhestand. Jürgen Albri wurde sein Nachfolger. "Ich hatte eine schöne Zeit an der Realschule", sagt Potz rückblickend und lobt die sehr gute Zusammenarbeit mit Kollegium, Eltern und Förderverein. Den Kontakt zur seiner Schule hat er stets aufrechterhalten, er ist dort ein gern gesehener Gast. An der Festschrift, die 2010 zum 50-jährigen Bestehen der Realschule erschien, wirkte er natürlich mit.

Die Schule, das ist nur eine Seite von Potz. Zu seinem Leben gehört auch der Sport, so spielte er viele Jahrzehnte Tischtennis. Mit 88 Jahren machte er noch sein Goldenes Sportabzeichen.

Quelle: RP
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