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Dinslaken
Frühling: Kleingärtner zieht es nun ins Freie

Dinslaken: Frühling: Kleingärtner zieht es nun ins Freie
Auch im Kleingartenpark Heisterbusch freuen sich die Kleingärtner auf den Frühling, hier kümmert sich Waltraud Berger (85) um ein Beet. FOTO: Heiko Kempken
Dinslaken. In der Hiesfelder Anlage Heisterbusch werden die einzelnen Parzellen auf Vordermann gebracht. Für die Mitglieder gibt es daher jede Menge zu tun. Nach dem Winter freuen sie sich auf die Arbeit in der Natur. Von Alexander Florié-Albrecht

"Herzlich willkommen", begrüßt Frank Barwenczik, Vorsitzender des Hiesfelder Kleingartenparks Heisterbuch, den Frühling. Denn für die Kleingärtner in den 62 Parzellen unterschiedlicher Größe, zumeist mit noch kahlen Hecken, mit kleinen Häusern oder Hütten, beginnt die Draußen-Saison mit dem Frühlingsanfang nun auch offiziell. Auch wenn sich das Wetter nicht von seiner besten Seite zeigt, ist es zumindest trocken, in der Anlage ist eine Menge los. "Wir haben einen Boom, gerade junge Leute, Familien mit Kindern nehmen sich hier eine Parzelle", erzählt der 57-jährige Vorsitzende. Er selbst sei seit 25 Jahren hier - "geprägt als Junge von dem Vater, ich bin Vereinsmeier im positiven Sinn". Offensichtlich scheint die Atmosphäre gut zu sein, denn Wartelisten wie am Heisterbusch gibt es längst nicht mehr in jeder Kleingartenanlage.

Am Eingang ist gerade Angelika Pott zu Gange - sie fegt auf dem noch etwas kargen Boden der Parzelle kleine Äste und Blätter mit dem Rechen zusammen. "Das hier gehört meinem Sohn und der Schwiegertochter, die sind vor vierzehn Tagen erst umgezogen. sie kriegt jetzt ihr zweites Baby", plauscht die 54-jährige Hiesfelderin. Ein paar Meter weiter steht Bernhard Berger mit einer Schubkarre, Handschuhen und einem großen Besen, um den Weg von Dreck und Schmutz zu befreien. "Ich bin 38 Jahre schon hier - Garten ist immer Arbeit", weiß der 86-jährige Rentner. Seine Frau Waltraud (85) hockt sich gerade über ein rechteckiges Beet, lockert das Erdreich auf. "Ist eigentlich noch einen Hauch zu früh auf der kalten Erde", sagt sie. Aber nach dem Winter juckt es dem Kleingärtner an sich natürlich in den Fingern. "Anfang April graben wir um, da kommen dann Kartoffeln, Salat, Kohlrabi oder Möhren sowie Tulpen und Dahlien", so Waltraud Berger. Auch auf das Osterfest sind die Bergers bereits gut vorbereitet: Für die Enkel hat der Opa einige Ostereier um den Williamsbirnenbaum gelegt.

Vorsitzender Frank Barwenczik leistet nachbarschaftliche Hilfe und packt beim Aufbau eines Trampolins mit an. FOTO: Heiko Kempken

Die Erklärung, dass das gemeinschaftliche Miteinander zu den schönen Dingen in einer Kleingartenanlage gehört, kann Vorsitzender Frank Barwenczik direkt praktisch untermauern, hilft einem Nachbarn bei der Montage eines Trampolins, auf dem die beiden Kinder des Kleingarten-Kollegen möglichst schnell dem Frühling entgegenhüpfen wollen. Auch in Ewald Kuschs Garten sieht es nach Arbeit aus - um einen Baum herum liegen Schippen und Kehren. "Hatte umgegraben und die Blumenbeete sauber gemacht", erklärt der 78-jährige, frühere Thyssen-Stahlkocher und Kleingartenpark-Mitglied der ersten Stunde. Dann zeigt er stolz das verzweigte Astwerk am Dach der Laube. "Da hab ich letztes Jahr zwei Zentner Kiwis von abgeerntet", so Ewald Kusch. In die Erde säen will er erst "Ende März, Anfang April", so der rüstige Mann. Die Blumenerde im Türeingang liegt schon bereit. Wie bei einer guten Ehe darf nach fast 40 Jahren Kleingärtner-Dasein die Frage erlaubt sein, was einen denn so lange verbindet? "Die Gesellschaft im Garten, die Kontakte - und immer was zu tun", weiß Ewald Kusch ganz genau.

Quelle: RP
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