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Dinslaken
Fünfter Färbergarten liegt in der Rheinaue

Dinslaken. Familie Perdighe öffnete ihren Hof für Besucher. Obst- und Gemüseanbau für den Eigenbedarf Von Felix Weber-Frerigmann

Malerisch schmiegt sich der Rhein an blühende Wiesen, der strahlende Sonnenschein lädt zum Verweilen in den Eppinghovener Auen ein. In dieser Idylle liegt der Hof der Familie Perdighe, die am Samstag ihre Pforten zum Tag der offenen Tür öffnete. Seit drei Jahren baut sie hier alte Gemüse- und Obstsorten an, vornehmlich für den Eigenbedarf, ohne Einsatz chemischer Mittel oder Maschinen. Neben der Kindertagesstätte Kunterbunt, dem Emscherhof, der Gartenschule und dem Museum Voswinkelshof ist an der Eppinghovener Rheinaue unter der Leitung von Landschaftsgärtner Andreas Maurer der fünfte "Färbergarten" entstanden.

Was es mit diesen Gärten auf sich hat, erklärt Sigrun Kampen, Leiterin der Kita Kunterbunt: "Die Färbergärten sind ein Projekt des Netzwerks ,Sevengardens' im Essener Verein ,atavus', der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die uralte Technik des Herstellens von Farben aus Pflanzen wieder zu beleben, zu erhalten und so auch verschiedene Menschen und Kulturen zusammenzubringen." Für Ben Perdighe ist das Engagement in Sachen Färbergarten eine konsequente Weiterführung vom reinen Ernährungsaspekt hin zur Nachhaltigkeit in anderen Bereichen: "Es ist zwar nicht das einfachste Thema, aber die Leute werden heutzutage immer bewusster, was den Umgang mit der Natur angeht." Das Interesse an diesem Projekt aber sei in Dinslaken durchaus groß - so empfängt Sigrun Kampen regelmäßig Schüler aus Berufsschulen oder angehende Erzieherinnen, die gemeinsam mit den Kindern der Kita nicht nur mit den Naturfarben experimentieren, sondern auch botanisches Wissen über die Färberpflanzen erlangen können. Praxisseminare unter der Leitung von Andreas Maurer werden außerdem auf dem Emscherhof und nun auch auf dem Hof Perdighe angeboten.

Biologin Petra Sperlbaum führt derweil unter den Augen der Gäste vor, wie das Produzieren der pflanzlichen Farben funktioniert. Frischer Rotkohl, der ohne weiteres auch im Kochtopf hätte landen können, soll dazu dienen, ein sattes Rot hervorzubringen.

Andreas Maurer beschreibt den "Patchwork-Charakter" des Gartens an der Rheinaue. Neben den Färberpflanzen wie Rainfarn oder Mahonie gedeihen hier Obst und Gemüse der Familie Perdighe sowie Gemüse, das durch Freunde der Familie angebaut wird. Auch historische Getreidesorten, die bereits seit dem Mittelalter bekannt sind, sowie der Hopfen für das Spellener Brauprojekt 777, an dem Ben Perdighe beteiligt ist, sind hier zu finden. Ganzjährig bietet Andreas Maurer Seminare an, zum Anbau von Gemüse und Getreide, zur Schnitttechnik von Obstbäumen und natürlich zur Herstellung von Farbe. "Das passiert hier übrigens schon seit 1412, als die Grafen von Kleve Dinslaken zur Färberstadt machten", weiß Maurer. Dank Sevengardens wird diese Tradition fortgeführt.

Quelle: RP
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