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Voerde
Fußball ohne Verständigungsprobleme

Voerde: Fußball ohne Verständigungsprobleme
Der Spaß am gemeinsamen Fußballspiel stand beim Benefiz-Turnier im Mittelpunkt. FOTO: Heinz Kunkel
Voerde. Junge Flüchtlinge, die das Gymnasium Voerde besuchen, spielten bei einem Benefiz-Turnier gegen Jugendliche der Sportvereinigung 08/29 Friedrichsfeld. Die Teilnehmer waren mit viel Freude bei der Sache. Von Sara Schurmann

Bei diesem Fußballturnier war Optimismus gefragt - weniger wegen der Leistung der Spieler, sondern vielmehr wegen des schlechten Wetters. "Das ist nur ein kleiner Schauer", ermunterte Organisatorin Andrea Schluchtmann Spieler und Besucher gleichermaßen. Auf dem Platz stand das Team der Flüchtlingskinder des Gymnasiums Voerde und spielte im Regen unerbittlich weiter gegen die Jugendlichen der SV 08/29 Friedrichsfeld.

Drei Wochen lang hatten die 12- bis 16-Jährigen trainiert und dabei schon viel Engagement und Freude gezeigt. Lukas Kleff aus der Oberstufe des Gymnasiums Voerde hatte extra einen Trainer-Schein gemacht und konnte so als DFB-Junior-Coach die Jugendlichen optimal fördern. Spaß hat das Ganze natürlich auch gemacht und Verständigungsprobleme gibt es im Fußball ja prinzipiell selten. "Nur mit den Namen hatte ich manchmal Schwierigkeiten", gestand Lukas Kleff lachend. Da mussten in bestimmten Fällen Eselsbrücken zu berühmten Fußballspielern aus der aktuellen Europa-Meisterschaft gebaut werden.

Sein Name ist dagegen nicht so kompliziert - der 13-jährige Muhammed ist ebenfalls Teil der Mannschaft. In Syrien hat er ab und zu mal Fußball gespielt, sodass das Turnier in Voerde für ihn - wie für viele seiner Freunde - einen absoluten Höhepunkt darstellte. "Die Freude bei den Kindern war meine Motivation bei der Organisation", erklärte Andrea Schluchtmann.

Gemeinsam mit dem Schulsozialpädagogen Damian Buß hatte die Friedrichsfelderin das Turnier organisiert, um dem Förderverein des Gymnasiums Voerde durch den Erlös der Benefiz-Veranstaltung etwas zurückgeben zu können. Die Türkische Gemeinde habe Kuchen mitgebracht und kostenlos eine Hüpfburg zur Verfügung gestellt, berichtete Andrea Schluchtmann. "Das ist wirklich ein tolles Miteinander."

"Frau Andrea" - wie sie von allen nur genannt wird - kannte an diesem Tag so gut wie jeden. Das ist natürlich dann besonders von Vorteil, wenn es langsam unter dem schützenden Dach der Trainerbank immer voller wird. Während das Spiel trotz des Wetters weiterlief, gab Bürgermeister Dirk Haarmann schnell seinen Tipp ab: ein sehr diplomatisches 1:1. Immerhin ging es an diesem Tag hauptsächlich um den Spaß und den konnten alle auch im strömenden Regen haben.

Quelle: RP
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