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Geduld - und dann wird's richtig schön

Hintergrund: Geduld - und dann wird's richtig schön
So soll sich der Bereich um den Teich im Stadtpark später einmal darstellen. Die Landschaftsplaner sind sicher, dass dann auch die kritischen Stimmen verstummen. FOTO: martin Büttner
Dinslaken. Was sich Planer bei der in die Kritik geratenen Neugestaltung des Dinslakener Stadtparks gedacht haben. Von Jörg Werner

Dinslaken Das Büro hat großes Renommee, hat sich beispielsweise beim Wettbewerb um die Gestaltung des Düsseldorfer Kö-Bogens gegen starke Konkurrenz durchgesetzt, hat, wie sich auf seiner Homepage nachlesen lässt, für viele seiner Projekt Preise eingeheimst.

Es spricht also jede Menge dafür, dass die Planer von FSWLA Landschaftsarchitektur Ahnung haben, von dem, was sie da tun. Seit die Neugestaltung des Rathausteiches und seines Umfelds im Stadtpark Konturen annimmt, sind die Landschaftsarchitekten aus Düsseldorf in Dinslaken allerdings mächtig in die Kritik geraten. "Mondlandschaft" ist noch einer der freundlicheren Kommentare, mit dem das Werk von FWSLA von den Kritikern belegt werden.

Professor Thomas Fenner, einer der geschäftsführenden Partner des Büros, hat zum jetzige Zeitpunkt für die bösen Stimmen bis zu einem gewissen Maße sogar Verständnis, mahnt aber zur sachlichen Auseinandersetzung - und zu ein bisschen Geduld. Hauptkritikpunkt in Dinslaken ist der Belag, der für die Wege verwendet wird. Als "dunklen Schotter", der eine düstere Atmosphäre schafft, schmähen ihn die Kritiker. Fenner dagegen spricht von einer "wassergebundenen Wegedecke, wie sie in Parks überall auf der Welt so gebaut wird". Das Material hat für ihn gleich in mehrfacher Hinsicht großen Charme: aus ökologischer, weil es eben wasserdurchlässig ist und deswegen nicht zur Versiegelung von Flächen führt, aus ästhetischer, weil im Wechselspiel der unterschiedlichen Materialien - der Hauptweg von der Burg zum Kreisverkehr wird gepflastert - und Bepflanzung ein homogener Eindruck entsteht, der die historische Parklandschaft neu entstehen lässt. "Unser Ziel war es den ursprünglichen Charakter des Parkes wieder hervorzuholen", erklärt Fenner. "Da ist im Laufe der Jahre vieles verschlimmbessert worden."

So soll sich der Bereich um den Teich im Stadtpark später einmal darstellen. Die Landschaftsplaner sind sicher, dass dann auch die kritischen Stimmen verstummen. FOTO: martin Büttner

Und schließlich spricht auch der Kostenaspekt für das Material, das zum einen recht preisgünstig ist, zum anderen auch gut nachgebessert werden kann, was gerade in Parks, wo Wurzeln unter die Wegeflächen wachsen und sie nach oben drücken, ein großer Vorteil ist. "Bei Pflaster oder Asphalt kann man so etwas nur mit einem ziemlich großen Aufwand wiederherstellen, bei wassergebunden Decken dagegen ist das recht problemlos", weiß Fenner.

Auch den Vorwurf mangelnder Funktionalität will Fenner nicht gelten lassen. "Denken Sie doch nur an die bayerischen Biergärten, die wir so lieben. Da finden Sie nur Kies oder solche wassergebundene Decken", hält er all denen entgegen, die der gepflasterten Terrasse an der Kathrin-Türks-Halle mit Blick auf dem Teich nachtrauern. Auch für Fahrradfahrer oder Menschen, die auf den Rollstuhl oder einen Rollator angewiesen sind, ist die gewählte Wegebefestigung aus Fenners Sicht kein Problem. "Das Material ist jetzt noch etwas weich, aber im Laufe von gar nicht langer Zeit wird es hart wie Beton", erklärt er. Den aus seiner Sicht völlig falschen Eindruck der Kritiker vom neuen Stadtpark, erklärt er sich damit, dass das Grün noch nicht so ist, wie es einmal werden soll. "Das muss ja alles noch heranwachsen. Die Dinslakener bekommen einen Park voller Luft und Licht, den, da bin ich mir sicher; schon bald ganz viele von ihnen sehr schön finden werden", verspricht Fenner. Bis es soweit ist, brauche es eben noch ein bisschen Geduld.

Quelle: RP
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