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Dinslaken
Gegen das Verkehrschaos vor Schulen

Dinslaken: Gegen das Verkehrschaos vor Schulen
Vor der Gartenschule in Dinslakens Altstadt ist es eng. Wenn die Eltern ihre Kinder zur Schule bringen oder sie abholen, bricht oft genug ein Verkehrschaos aus. Ein Patentrezept, wie sich das verhindern lässt, gibt's bislang nicht. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Wenn Elterntaxis unterwegs sind, wird es vor Schulen eng und manchmal gefährlich. Die Stadt arbeitet an dem Problem. Von Hendrik Gaasterland

Vor allem bei Regenwetter oder in der dunkleren Jahreszeit wird es am Morgen kurz vor Schulbeginn auf den Straßen vor den Schulen voll. Dann staut sich der Verkehr, wenn Eltern ihre Kinder am liebsten bis auf den Schulhof fahren würden. Das Schauspiel wiederholt sich am Mittag, wenn der Nachwuchs von den "Eltern-Taxis" wieder nach Hause chauffiert werden muss. Um dem erhöhten Verkehrsaufkommen und den damit verbundenen Gefahren ein Ende zu setzen, hat Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD) ein absolutes Halteverbot vor Schulgebäuden ins Gespräch gebracht.

Groschek glaubt, dass ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern nicht ausreicht, um die Verkehrssicherheit vor Schulen, Kindertageseinrichtungen und Altenheimen zu verbessern. Auch der Verwaltungsvorstand in Dinslaken hat die Schwierigkeiten vor den Schulen bereits erkannt und erörtert. "Es gilt zwar vor allen Schulen das Tempo-30-Limit, trotzdem kommt es noch zu häufig zu brenzligen Situationen - teilweise auch noch an weiterführenden Schulen. Es ist, wie in jeder anderen Stadt, auch bei uns ein zentrales und bekanntes Problem", sagt Stadtsprecher Horst Dickhäuser.

Fremde locken Kinder an: Tipps von der Polizei

Der Stadt liegt bereits ein Prüfungsauftrag der SPD-Fraktion vor, ob Hol- und Bringzonen vor den Schulen zu mehr Sicherheit und einer entspannteren Verkehrslage führen könnten. "Der Antrag kommt zunächst in den Fachausschuss und ist noch Zukunftsmusik. Wenn er aber Zustimmung findet, werden wir in Dinslaken an Grenzen stoßen. Der Vorschlag ist einfach nicht vor allen Schulen bei uns problemlos umsetzbar", sagte Dickhäuser. Allein wenn an die enge, aber schon verkehrsberuhigte Zone vor der Gartenschule in der Altstadt gedacht wird, sind die Bedenken des Stadtsprechers gerechtfertigt.

Um das über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Problem in den Griff zu bekommen, wurden in der Nachbarstadt Duisburg inzwischen Eltern-Parkplätze eingerichtet. Diese liegen zwar nicht unmittelbar vor den Schulen, dennoch bezweifelt Dickhäuser das Konzept. Zum einen, weil damit auch nicht gewährleistet sei, dass der Verkehr dann reibungslos liefe. Zum anderen widerspreche es der Erkenntnis, dass man es auch Grundschulkindern zutrauen könne, möglicherweise in Gruppen einen Teil des Weges alleine zur Schule zu gehen.

Ein absolutes Halteverbot, wie es sich der Landesverkehrsminister Groschek wünscht, stellt für den Stadtsprecher auch keine einwandfreie Lösung dar: "Wir wissen doch jetzt schon, dass bestimmte Regeln von Autofahrern gerne außer Kraft gesetzt werden. Dann wird halt die Warnblinkanlage zu Haltelichtern für parkende Autos in der zweiten Reihe umfunktioniert."

Auf dem Weg zur Schule verunglückten laut Polizeistatistik im Jahr 2014 im Zeitraum zwischen Januar und September in Dinslaken sieben Kinder.

Im selben Zeitraum ein Jahr später zählte die Polizei bislang neun Schulwegunfälle. Zum Vergleich: In Voerde waren es 2014 (Januar bis September) zwei Unfälle, in 2015 einer. In Hünxe wurden in beiden Jahren zwei Schulwegunfälle aufgenommen.

Die Kinder möglichst selbstständig zur Schule laufen zu lassen, zu Beginn natürlich in Begleitung, ist für Fachleute oft die einfachste Lösung des Problems, weil sie so früh die Verkehrsregeln erlernen und einüben können, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Bundesweit verunglückten im vergangenen Jahr rund 23 000 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren bei Verkehrsunfällen.

Quelle: RP
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