| 00.00 Uhr

Dinslaken
Gegen den gewaltbereiten Salafismus

Dinslaken: Gegen den gewaltbereiten Salafismus
Vielfältiger Islam und gewaltbereiter Salafismus: Carmen Teixeira (Landeszentrale für politische Bildung NRW) sprach vor pädagogischen Fachkräften. FOTO: Fröhlich
Dinslaken. Informationsveranstaltung für Pädagogen an der Ernst-Barlach-Gesamtschule. Von Florian Langhoff

Die Aula der Ernst-Barlach-Gesamtschule (EBGS) ist gut gefüllt. Etwa 170 Zuschauer lauschen den Worten von Dr. Ahmet Ünalan vom Landesministerium für Schule und Weiterbildung, der gerade über den islamischen Religionsunterricht referiert. Ein Thema, das im Schulalltag in der Zukunft eine größere Rolle spielen könnte, als jetzt.

"Ein flächendeckendes Angebot für islamischen Religionsunterricht ist unser Ziel", erklärt der Experte des Ministeriums. Derzeit werden im Land an etwa 175 Schulen gut 13.700 Schüler im Fach unterrichtet.

Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Glaubensinhalten, sondern darum, dass die Schüler einen Umgang mit den Quellen erlernen und sich auch kritisch mit diesen auseinandersetzen können.

Doch warum findet eigentlich eine Tagung mit dem Titel "Vielfältiger Islam und gewaltbereiter Salafismus" in einer Schule statt? "Im Kollegium war durch die Berichterstattung zur Terrorzelle in Lohberg der Wunsch da, sich mit dem Thema Islam und seinen radikalen Formen zu beschäftigen da", erklärt Schulleiter Hans-Ulrich Wangerin. Da er wusste, dass die Landeszentrale für politische Bildung Veranstaltungen zu diesem Thema durchgeführt hatte, nahm er Kontakt auf und bekam sofort Unterstützung. Hinter dem Wunsch der Kollegen stand auch die Idee, mögliche Radikalisierungstendenzen schnell erkennen und ihnen entgegenwirken zu können.

"Wir haben an der Schule keine entsprechenden Fälle, aber eine gute Schule sollte auch auf so ein Thema vorbereitet sein und auch wissen, wo es Ansprechpartner gibt, die weiterhelfen können", sagte Wangerin.

Daher war die Tagung für die gut 100 Lehrkräfte der EBGS auch als Fortbildungsmaßnahme angesetzt, für die der normale Schulbetrieb ausgesetzt wurde. Neben den speziell auf den Schulalltag zugeschnittenen Informationen, die unter anderem in Gesprächsrunden an runden Tischen erläutert wurden, gab es aber auch allgemeinere Informationen zum Islam.

Für eine Mixtur aus Erstaunen, Betroffenheit aber auch Belustigung sorgte der Vortrag von Volker Trusheim vom Verfassungsschutz des Landes. Über manche der Aussagen von selbsternannten Salafistenpredigern konnten die Zuschauer nur lachen. Die Zahlen von gewaltbereiten Salafisten, die dazu noch immer jünger werden, sorgten dann aber doch für spürbare Betroffenheit bei den Zuhörern.

Ebenso die Methoden, mit denen der sogenannte Islamische Staat um weitere Anhänge wirbt. Eine gute Nachricht gab es allerdings für Dinslaken.

"Die Leute, die in der Lohberger Zelle aktiv waren sind weg, und es gibt dort keine feste Szene dieser Art mehr", erklärte Volker Trusheim. Zudem wies er auf den Erfolg von Programmen für Prävention ("Wegweiser") und Ausstieg aus der Szene hin.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dinslaken: Gegen den gewaltbereiten Salafismus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.