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Dinslaken
Gelungener Mix an "handgemachter Musik"

Dinslaken. Musiker beim Paved Garden Festival im Walzwerk überzeugten ohne technischen Schnickschnack. Von Corinna Meinold

Der Blues sei der Ursprung der Musik, erklärte Kurt Tappert vom Walzwerk-Musik-Kultur-Verein. Daher stand am Samstagabend auch die handgemachte Musik im Mittelpunkt des zweiten Paved Garden Festivals im Innenhof des Walzwerks - ohne technischen Schnickschnack, dafür aber mit Herzblut. Mehr als ihre Stimmen und Instrumente brauchten die Musiker des Festivals nicht, um an diesem lauen Sommerabend im lauschigen Innenhof für eine tolle Atmosphäre zu sorgen. Das Festival war hochkarätig besetzt: Mit Richie Arndt Acoustic war der diesjährige Blues Award-Gewinner zu Gast und Kuersche aus Hannover tourte schon mit Fury in The Slaughterhouse.

Den Auftakt machte aber die Dinslakener Nachwuchsband "The McDonaghoughs". Seit einem Jahr machen Nils Berner, Yannick Dahl und Marc André Foginski gemeinsam Musik - und das richtig gut. Mit zwei Gitarren, Cajon und ihren drei ausdrucksstarken Stimmen verleihen sie bekannten Liedern ein neues akustisches Gewand. Egal, ob Red Hot Chili Peppers, Fool's Garden oder Reamonn ("Supergirl"): Die Stücke bekommen in der Version von "The McDonaghoughs" ihren ganz eigenen Stil und Klang. Lady Gagas "Paparazzi" erkennt man erst bei genauem Hinhören, die rhythmischen Beatboxing-Einschübe fügen sich harmonisch in das Stück ein. Ein altes Lied ist für die Band noch neu im Repertoire: "Englishman in New York" von Sting.

Dass sie aber auch ganz spontane Eigenkreationen anstimmen können, beweisen die drei, als ein Kumpel aus dem Publikum ruft, Luca Toni habe ein Tor geschossen - für Nils Berner, selbst Luca Toni-Fan, Anlass eine humorvolle Hymne auf den Fußballer zu improvisieren. Auch wenn Luca Toni gar nicht der Torschütze war, machte es einfach Spaß, dem Trio zuzuhören. Und auch die Musiker selbst waren von der Atmosphäre, dem Flair und dem Sound im Innenhof des Walzwerks begeistert: "Es hat alles gepasst, wir hätten noch eine Stunde weiterspielen können."

Doch sie waren ja nicht der einzige Act an diesem Abend. Nach "The McDonaghoughs" machte Radio Lukas stimmungsvolle Musik. "Dear Mr. President" von Pink sorgte für Gänsehaut. Aber auch bekannte Lieder aus den 80ern, wie "King of Pain" von Police oder "Purple Rain" von Prince setzte Lukas in bester Straßenmusiker-Manier wirkungsvoll mit seiner Stimme, Gitarre und Mundharmonika in Szene.

Das Paved Garden Festival bot eine gelungene Mischung an Akustikmusik, die Künstler sorgten mit ihren unplugged-Interpretationen für eine tolle Atmosphäre im Innenhof des Walzwerkes und hätten mehr Zuschauer verdient gehabt als an diesem Tag.

Quelle: RP
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