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Voerde/Dinslaken/Hünxe
Gemeinnützige Arbeit für Flüchtlinge

Voerde/Dinslaken/Hünxe. An dem vom Bund aufgelegten Programm wollen auch Dinslaken, Voerde und Hünxe teilnehmen.

Bundesweit sollen für Flüchtlinge, deren Asylverfahren läuft, jährlich 100. 000 zusätzliche gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden. An dem vom Bund aufgelegten und zum 1. August offiziell gestarteten Programm, das Teil des jetzt in Kraft getretenen Integrationsgesetzes ist, möchte auch die Stadt Voerde teilnehmen. Sie steht dazu, wie Bürgermeister Dirk Haarmann erläutert, in "sehr enger Abstimmung" mit dem Integration Point in Dinslaken - der gemeinsamen Anlaufstelle von Jobcenter Kreis Wesel und Agentur für Arbeit Wesel.

Die Kommune rechnet mit knapp über 40 Plätzen, die für Flüchtlinge aus Voerde bereit gestellt werden könnten, und strebt eine Umsetzung in diesem Jahr an.

Das Programm soll Flüchtlinge schon während des Asylverfahrens "niederschwellig" an den Arbeitsmarkt heranführen und ihnen Einblicke in das berufliche und gesellschaftliche Leben in Deutschland ermöglichen. Die Menschen sollen bereits in der Zeit, in der sie auf die Entscheidung über ihre Anerkennung warten, "etwas Vernünftiges tun können", sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. "Wir müssen jede Form nutzen, die Menschen in Strukturen zu bringen", betont Dirk Haarmann. Die Stadt sei dabei, ein Integrationskonzept zu erarbeiten, in dem es um die Frage geht, wie sie die Lebenssituation der Flüchtlinge "weiter begleiten" kann. Ein ganz wichtiger Bestandteil sei es, die Menschen in Beschäftigung zu bekommen. Die Verwaltung will den Themenkomplex in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am 13. September behandeln.

Die so genannten Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (kurz FIM) sind auf längstens sechs Monate und 30 Wochenstunden begrenzt. Die Flüchtlinge bekommen für die Arbeit 80 Cent die Stunde - ursprünglich war von einem Euro die Stunde die Rede.

Weiterführende Integrations-, Bildungs- oder Beschäftigungsangebote für Flüchtlinge haben Vorrang vor den FIM.

Unterschieden wird nach internen und externen FIM. Als intern werden Arbeitsgelegenheiten definiert, die von Kommunen oder von ihnen beauftragte Träger in Flüchtlingsaufnahmeeinrichtungen zur Verfügung stellen. Als zweites können Arbeitsgelegenheiten bewilligt werden, die von staatlichen, kommunalen oder gemeinnützigen Trägern eingerichtet werden, sofern die zu leistende Arbeit sonst nicht, nicht in dem Umfang oder nicht zu dem Zeitpunkt erledigt würde. In Voerde würde die Arbeit auch Tätigkeiten beim Kommunalbetrieb umfassen wie die Pflege der Grünanlagen an Schulen, den Einsatz im Bereich der Hauswarte. Das Mülleinsammeln oder Reinigen von Straßenschildern nennt Haarmann als weitere Optionen.

Auch die Stadt Dinslaken will das Förderprogramm vor Ort umsetzen. Derzeit arbeite die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Caritas daran, die entsprechenden Strukturen zu schaffen, so Thomas Pieperhoff, Referent des Bürgermeisters. Die Stadt warte noch auf die genaue Anzahl der möglichen 80-Cent-Jobs, anschließend müsse geklärt werden, nach welchen Kriterien die Flüchtlinge für die Jobs ausgesucht werden.

Für die Gemeinde Hünxe gibt es noch keine konkreten Zahlen. "Wir sind noch in der Findungsphase", sagt Hauptamtsleiter Klaus Stratenwerth. "Nach den Sommerferien werden wir im kleinen Kreis mit der Politik sprechen", im Herbst beschäftige sich dann der Ausschuss für Soziales und demografische Entwicklung mit dem Thema.

(P.K./aha/P.N.)
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