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Dinslaken
Gespenstisches Flüstern im Bergpark

Dinslaken. Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums spielen Theater auf geschichtsträchtigem Boden. Von Florian Langhoff

Es beginnt im Kraftwerk im Bergpark Lohberg. Einige Zuschauer müssen in die Pedale der hier aufgebauten Maschinen zur Stromgewinnung treten, dann wird aus dem roten und blauen Licht der aufgestellten Scheinwerfer ein helles Stroboskopflackern und die Geister erscheinen. Prinzessin Elisabeth (Lisa Wojciechowski) und Gouvernante Katharina (Anna-Lena Schuppe) wundern sich über die Besucher.

Während die Prinzessin noch nicht verstanden hat, dass sie schon seit einigen Jahrhunderten tot ist und sich über die "hässliche Version ihres Schlossgartens" wundert, lädt Gouvernante Katharina ihre Begleiterin und das Publikum zu einer Erkundungstour durch den Bergpark ein.

Die führt das Publikum, das brav den beiden "Geistern" mit Kleidung aus den vergangenen Jahrhunderten folgt, zu verschiedenen Stationen, an denen die Schüler des Kurses "Darstellen und Gestalten" der Klasse 9 des Otto-Hahn-Gymnasiums und der Theater AG unter dem Titel "Parkgeflüster" verschiedene Szenen erarbeitet haben.

Von fußballspielenden Kumpeln, die in unterschiedlichen Sprachen reden über Schüler, die mit ihrem Referat über den Bergpark auch gleich das Publikum informieren, bis hin zu Alltagsszenen gibt es hier alles zu sehen. Dabei geht es manchmal witzig zu, zum Beispiel wenn sich die Schüler über den eher tristen Schulalltag beschweren oder verschiedene Klischees über Mädchen und Jungen szenisch bearbeiten.

Andere Darstellungen sind aktueller und auch ernster. So gibt es eine Szene, in der es zu einem Konflikt zwischen Jugendlichen und zwei Flüchtlingen kommt. Nur vordergründig geht es um einen Platz am Weiher im Bergpark und einen versehentlich fehlgegangenen Ball, hintergründig aber um Fremdenfeindlichkeit. Auch eine Szene, in der sich eine Schülergruppe zum Klassentreffen versammelt und eine der Schülerinnen eine ehemalige Mitschülerin entdeckt, die anscheinend als Obdachlose im Park lebt, nachdem sie von ihrem alkoholsüchtigen Partner geschlagen wurde, ist nicht unbedingt leicht verdauliche Kost.

"Die Schüler haben ein Jahr lang an dem Stück gearbeitet", erklärt Lehrerin Constanze Wendt, die sich mit zwei Kolleginnen um die Darsteller im Kurs "Darstellen und Gestalten" gekümmert hat. Nicht nur die Szenen, sondern auch die Figuren haben sich die Schüler selbst erarbeitet.

Dazu zählen auch die Hintergrundgeschichten der beiden geisterhaften Guides für die Entdeckungstour durch den Bergpark und ihre teils spitzen Kommentare zu den gesehenen Szenen. Am Ende gibt es für alle Darsteller nach einer Abschlusschoreographie langanhaltenden Applaus.

Quelle: RP
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