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Dinslaken
Gewerbehaus: Modernisierung geht voran

Dinslaken: Gewerbehaus: Modernisierung geht voran
Informationsbesuch auf der Baustelle. Bürgermeister Dr. Michael Heidinger (rechts) und Baudezernent Dr. Thomas Platz (2. von rechts) informierten sich über den Fortschritt der Modernisierungsarbeiten am und im Gewerbehaus. FOTO: Stadt Dinslaken
Dinslaken. Der fast 90 Jahre alte Gebäudekomplex an der Duisburger Straße wird revitalisiert. Die Arbeiten in dem Wohn- und Geschäftshaus, das im Stil des Backsteinexpressionismus gebaut wurde, sollen im Oktober beendet werden. Von Hinz Schild

Die Sanierung und Modernisierung des ehemaligen Gewerbehauses an der Duisburger Straße 56 schreitet voran. Die Fassade ist gereinigt, das Dach neu gemacht, die Dachgauben sind mit Metall verkleidet worden. "Der Innenausbau ist in vollem Gange", wie Architekt Bernhard D. Maaß vom Architekturbüro Kleiböhmer und Partner (AKP) aus Hamminkeln gestern sagte. Das Gerüst, das sich an der Fassade des Hauptgebäudes befand, ist inzwischen wieder abgebaut worden. Und damit ist auch die Plane überflüssig geworden, die an der Vorderfront hing und fotorealistisch das hinter ihre verborgene Gebäude zeigte.

Die Arbeiten in den Wohnungen, in denen Mieter leben, nehmen etwas längere Zeit in Anspruch, da etliche Abstimmungen mit den Bewohnern notwendig sind. Maaß ist zuversichtlich, dass die Arbeiten im Laufe des Monats Oktober beendet werden können. Momentan ist es wegen der Ferienzeit etwas ruhiger auf der Baustelle, denn auch Handwerker machen mal Urlaub.

Über dem Eingangsbereich des Gebäudes mit den zwei Türen fehlen noch die hölzernen Buchstaben für das Wort Gewerbe-Haus. Sie werden demnächst wieder angebracht, berichtet Architekt Bernhard D. Maaß. Die einzelnen Buchstaben, an denen im Laufe der vergangenen Jahrzehnte der Zahn der Zeit genagt hatte, sind von einem Schreiner aufgearbeitet und ergänzt worden. Es sei sogar gelungen, die ursprüngliche Farbe, in der die Holzbuchstaben lackiert waren, neu zu mischen.

Erst kürzlich haben sich Bürgermeister Dr. Michael Heidinger und Baudezernent Dr. Thomas Palotz an Ort und Stelle über den Stand der Arbeiten an der Duisburger Straße informiert. Dort trafen sie die Eigentümer der Immobilie - die Geschwister Dr. Alisa Schäfer und Herbert Schäfer - , den Architekten Bernard D. Maaß sowie Vertreter der an den Modernisierungsarbeiten beteiligten Firmen. Die Revitalisierung des Wohn- und Geshäftshauses wird mit rund 45.000 Euro öffentlicher Gelder aus der Städtebauförderung, speziell aus dem Programm "Aktive Zentren" bezuschusst.

Dabei beträgt die Summe, die die Eigentümer in die Sanierung des Gebäudekomplexes investieren, ein Vielfaches der Fördergelder. "Genau auf diesen Effekt haben wir gesetzt", so der Baudezernent. Ziel der Innenstadtentwicklung sei es auch, das Investitionsklima in Dinslaken zu stärken. Nach seinen Worten wird auch der an das Gewerbehaus angrenzende öffentliche Raum in den kommenden Jahren mit Geldern der Städtebauförderung attraktiver gestaltet.

Das Gewerbehaus wurde in den Jahren 1928/1929 an der Duisburger Straße über dem kanalisierten Rotbach gebaut und sollte ein Vorzeigeobjekt sein. Es handelt sich um expressionistische Architektur unter Verwendung von Klinkern oder Backsteinen, so Architekt Bernhard D. Maaß. Das Haus ist im Stil des Backsteinexpressionismus gebaut worden, der in den 1920er Jahren in Deutschland entstanden ist und sich besonders im rheinisch-westfälischen Industriegebiet zeigt. Beeindruckende Bespiele sind für Maaß das Chilehaus in Hamburg und das Anzeigerhochhaus in Hannover. Auch das Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen würde er zum Backsteinexpressionismus zählen.

Quelle: RP
 
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