| 13.23 Uhr

Dinslaken
Gewürze für die Ohren

Dinslaken. Auf eine musikalische Abenteuerreise in die Welt der Gewürze begaben sich Evelyn Huber und Mulo Francel gemeinsam mit ihrem Publikum. Als Reiseveranstalter hatte die Jazz Initiative Dinslaken ins Ledigenheim eingeladen. Von Matthias Knauer

DINSLAken-lohberg Nicht, dass die Kombination von Saxophon und Harfe schon ungewöhnlich ist. Doch musikalische Gewürze setzten ein i-Tüpfelchen auf einen besonderen Abend im Ledigenheim Lohberg am Samstagabend. Saxophonist Mulo Francel und Harfinistin Evelyn Huber schafften es schon mit den ersten Tönen, das Publikum im ausverkauften Saal in ihren Bann zu ziehen. Mit Klassikern wie "Summertime" oder "Take Five" hatte das Duo einen pikanten Abend vorbereitet. Unter dem Motto "Songs of Spice", so auch der Titel des aktuellen Tonträgers, präsentierte das Duo vertonte Gewürze.

Angelehnt an die Herkunft der Gewürze entfalteten die Musiker so eine geschmackvolle Reise durch die Welt. Sie ließen die Melodien ihrer Instrumente mal wohlig warm durch den Saal schwappen, mit einem leicht bitteren Unterton wie "Kakao". Francel schraubte sich bei "Knoblauch" mit der Klarinette in orientalische Melodien herauf, angetrieben vom treibenden Spiel der Harfe. Beeindruckt genoss das Publikum das sichere und virtuose Spiel Hubers auf dem massig-goldenen Instrument. Mal zupfte sie die Saiten nur ganz zart und die Töne waren kaum zu hören, dann entfaltete sie bombastische Melodien, ein Ton jagte den nächsten.

Wenn Francel die Führung in den Stücken übernahm, verschwand die Harfe beinahe im Hintergrund. Huber schlug wie bei einem Kontrabass auf den tief klingenden Saiten den Rhythmus. Ohnehin gelang es beiden nahezu mühelos, eine gute Mischung zu finden, ohne dass eines der Instrumente zu lange die Solo-Rolle übernahm. Immer wieder baute das Duo auch andere Instrumente in seine Stücke ein. Bei "Mohn" spielte Huber eine Salterio, ein italienisches Instrument, zauberte mit kleinen Schlägeln einen ganz eigenen Klang. Unterdessen entlockte Francel, den Streichbogen zwischen den nackten Zehen, einer Gu-Cheng, einer chinesischen Harfe, feine, dunkle Töne und spielte dabei auf dem Saxophon. Bei "Paprika" entwickelte sich dann wieder ein schwungvoller Ausflug in ungarische Melodien.

Zum Abschluss des Abends beehrte das Duo die begeisterten Zuhörer dann mit seinem ersten Gewürz-Lied. "Safran" präsentierte sich als zaghaftes Stück. Francel entlockte dem Saxophon beinahe gehauchte Töne, sanft begleitet von Hubers Harfe. Das Publikum wirkte wie bezaubert und ließ im Nachklang des Stückes einige Sekunden vergehen, bevor tosender Applaus aufbrandete. Ganz klar, dass die beiden Musiker den Abend nicht ohne Zugabe beenden konnten. Ein schmackhafter Genuss für die Ohren ging nach mehr als zwei Stunden mit viel Jubel zu Ende.

Quelle: RP
 
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