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Voerde
GPA rät zu Schließungen im Bäderbereich

Voerde. Voerder Stadtverwaltung wurde von der Gemeindeprüfungsanstalt auch auf Einsparmöglichkeiten hin untersucht.

Die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) hat 2015 verschiedene Aufgabenbereiche der Stadt Voerde unter die Lupe genommen. Der mit einiger Spannung dazu erwartete Abschlussbericht liegt der Verwaltung seit rund einem Monat vor, seit gestern ist das 153 Seiten starke Werk öffentlich: Es kann auf der Internetseite der Stadt eingesehen werden. Als erstes politisches Gremium wird sich nächste Woche der Rechnungsprüfungsausschuss mit den Ergebnissen der Prüfung befassen. Der Bericht zielt darauf ab, die Verantwortlichen der Kommune in Rat und Verwaltung insbesondere in Prozessen der Haushaltskonsolidierung zu unterstützen, wie es darin einleitend heißt.

Bei der Frage, wie sich der städtische Etat durch Aufwandsreduzierungen auf der einen und Ertragssteigerungen auf der anderen Seite entlasten lässt, rücken in dem Bericht auch für Voerde schon Altbekannte in den Fokus: So sollte die Kommune mit Blick auf die eigenen Gebäude nach Möglichkeiten suchen, die Anzahl der Büchereistandorte zu reduzieren. In Voerde gibt es drei, was die GPA für auffällig hält. Auch wenn die Büchereien in Möllen und Friedrichsfeld nicht von der Stadt, sondern von Fördervereinen betrieben würden, so stelle die Kommune diesen die Gebäude zur Verfügung. Darüber hinaus zahle sie für einen vierten Büchereistandort - gemeint ist der ebenfalls von einem Förderverein betriebene in Spellen - einen freiwilligen Zuschuss. Ein Abbau von Büchereien ist das eine, zum anderen legt die GPA der Stadt nahe, im Bereich Kultur das ehrenamtliche Engagement weiter zu fördern. Auch die Fläche (insgesamt 423 Quadratmeter), die der VHS zur Verfügung steht, bringt die GPA ins Spiel, führt hier an, dass sich für diese Art der Nutzung generell auch Schulgebäude eignen und bei Leerständen entsprechend in Anspruch genommen werden können. Auf eine erneute Diskussion um das Freibad wird sich vermutlich in diesem Jahr der Förderverein einstellen müssen - zumindest dann, wenn die Stadt der Empfehlung der GPA folgt. Danach sollte die Kommune Möglichkeiten prüfen, wie sie das jährliche Defizit im Bäderbereich von insgesamt fast 800. 000 Euro reduzieren kann und dabei auch "die Schließung von Einrichtungen in den Blick nehmen". Ein weiterer Ansatzpunkt zur Optimierung wäre es nach Auffassung der GPA, die Eintrittspreise anzuheben. Die letzte Erhöhung gab es vor knapp sechs Jahren. Ihrer Ansicht nach könnte eine moderate Erhöhung zu Mehreinnahmen führen, "ohne dass die Nachfrage dadurch stark sinken würde". Das Preis-/Leistungsverhältnis bleibe immer noch außerordentlich günstig. Die GPA vergleicht das Bäderangebot dabei mit anderen Freizeitgestaltungen: Für einen Kino-Besuch zum Beispiel seien nicht selten mehr als acht Euro zu zahlen. Die GPA geht auch für den Bäderbereich davon aus, dass es dort grundsätzlich möglich ist, die Personal- und Sachkosten durch ein stärkeres ehrenamtliches Engagement zu reduzieren. "Die Stadt sollte prüfen, inwieweit dies auch in Voerde möglich ist."

(P.K.)
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