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Dinslaken
Händler kritisieren Parkgebühren als zu hoch

Dinslaken. Seit Juli kostet eine Stunde 1,40 Euro. Kunden meiden angeblich die Dinslakener Innenstadt. Von Michael Turek

Die Kunden werden einen Bogen um Dinslaken machen. Diese Befürchtung äußerten Händler im Sommer, nachdem die Parkgebühren angehoben wurden. Und nach den Eindrücken einiger Geschäftsleute ist dieser Fall eingetreten. Jedenfalls berichtet Heike Hülsken-Heine, Filialleiterin des Schmelzer Schuhhauses, von einem Rückgang bei den Kundenzahlen. Und das hänge mit den Gebühren zusammen.

Seitdem für die öffentlichen Parkplätze 1,40 Euro für eine Stunde gezahlt werden müssen, die Zeit der Brötchen-Taste von 30 auf 15 Minuten reduziert wurde, sei die Kundenfrequenz zurückgegangen, so Hülsken-Heine. Zwar sei es sehr erfreulich, dass die Stadt an den Adventssamstagen auf Parkgebühren verzichtet, doch insgesamt sind den Händlern die neuen Gebühren ein Dorn im Auge.

Parkt ein Kunde den ganzen Tag in der Dinslakener Innenstadt zahle er 13 Euro, in Duisburg würden im teuersten Fall zwölf Euro, im preiswertesten nur 2,50 Euro fällig. "Und wir haben noch das Centro vor der Tür, wo man den ganzen Tag kostenlos parken kann", umschreibt sie das Dilemma der Dinslakener Händler.

Für Silvia Willhoff vom Geschäft "MS Mode" ist es ein Fakt, dass weniger Kunden kommen. Sie kann den Parkplatz Klosterstraße beobachten und berichtet davon, dass dort um die Mittagszeit viele Plätze frei seien. Und ab 15 Uhr sei er nur noch halb voll. Von ihren Kunden hört sie ebenfalls Kritik an den Dinslakener Parkgebühren, daran dass nun samstags bis 14 Uhr gezahlt werden müsse. Die vorherige Regelung schrieb vor, dass nur bis 10 Uhr die Parkuhr oder der Parkautomat mit Münzen gefüllt werden musste.

Auf ein Umdenken der Stadtoberen hofft Silvia Opara, die beide Filialen der Stadtparfümerie Pieper leitet. Die Kunden würden nur die Gebühr von 1,40 pro Stunde sehen, rechnen nicht den Sprit dagegen, den sie für eine Fahrt nach Duisburg oder Oberhausen verbrauchen. In ihren Augen mache es keinen Sinn, ein Einkaufszentrum zu errichten und dann die Parkgebühren zu erhöhen. Man müsse nun die Abwanderung der Kunden stoppen.

Wirtschaftsförderin Svenja Krämer kann die Sichtweise der Händler verstehen. Es sei den Verantwortlichen bei der Stadt bewusst, dass die Parkgebühren für die Kaufleute ein Problem darstellen. Mit Blick auf die finanzielle Schieflage des städtischen Etats sei aber keine Änderung möglich. Sie verweist auf den geltenden Ratsbeschluss und auf das kostenlose Parken an den Adventssamstagen. Auch wenn sie sieht, wie sinnvoll es wäre, die Parkgebühren zu senken, leider bestehe dafür in der aktuellen Situation keine Chance.

Quelle: RP
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