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Dinslaken
"Hamsterkäufe" sind kein Thema

Dinslaken: "Hamsterkäufe" sind kein Thema
Theo Borgmann: ""Ich habe immer schon gedacht, dass es sinnvoll ist, für den Ernstfall vorbereitet zu sein." FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Im am Mittwoch vom Kabinett beschlossenem "Konzept zivile Verteidigung" empfiehlt die Bundesregierung ihren Bürgern, sich einen Notvorrat an Wasser- und Lebensmitteln zuzulegen. Was sagen die Dinslakener dazu? Von Florian Langhoff

Einen Lebensmittelvorrat für zehn Tage und zwei Liter Trinkwasser pro Tag und pro Person für den gleichen Zeitraum empfiehlt die Bundesregierung in ihrem Konzept. Als sie zum ersten Mal von dieser Idee hörte, war Susanne Krogoll etwas irritiert. "Ich habe mich gefragt, was die Regierung jetzt schon wieder von uns möchte", sagt die 47-Jährige. Erst als sie die Berichterstattung zu dem Thema weiter verfolgte, erfuhr sie wirklich, was es mit dem Vorschlag im "Konzept zivile Verteidigung" auf sich hat. "Ich habe im Radio gehört, dass es dabei auch darum geht, auf Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Ereignisse wie Stromausfälle vorbereitet zu sein." Für Suanne Krogoll kein Problem: "Wenn man arbeiten geht, kauft man ohnehin nicht jeden Tag etwas ein und hat immer einen Lebensmittelvorrat zu Hause", sagt sie.

Ganz ähnlich sieht das auch Tobias Görißen. Der 27-Jährige wundert sich ebenfalls ein wenig über den Vorschlag im Konzept der Bundesregierung, sieht diesen aber tendenziell positiv. "Es ist generell sinnvoll, ein paar Vorräte zu Hause zu haben", sagt er. Hamsterkäufe tätigen oder sich nun speziell für einen möglichen Katastrophenfall vorbereiten, wird der junge Mann sich allerdings nicht.

Tobias Görißen: "Ich denke nicht, dass ich mir jetzt extra Vorräte anlegen muss." FOTO: Marin Büttner

Das sei auch nicht nötig. "Ich habe immer einige Konserven zu Hause. Man geht ja auch nicht unbedingt jeden Tag einkaufen. Ich denke nicht, dass ich mir jetzt extra Vorräte anlegen muss", erklärt der 27-Jährige.

Bei Anke Brücker stößt der Vorschlag der Bundesregierung auf wenig Verständnis. "Ich bin nicht sicher, ob es sinnvoll ist, den Menschen so etwas zu empfehlen", sagt die 33-Jährige. "Ich glaube, dass wir in einer Welt leben, in der es nicht notwendig sein sollte, sich Vorräte für längere Zeiträume anzulegen. Ich hoffe einfach darauf, dass es nicht zu einer Situation kommen wird, in der ich sie brauchen würde", erklärt sie. Große Bestände an Konserven oder haltbaren Lebensmitteln hat sie nicht zu Hause.

Anne Brücker: "Ich bin nicht sicher, ob es sinnvoll ist, den Menschen so etwas zu empfehlen." FOTO: Martin Büttner

Theo Borgmann sieht die Art und Weise, wie man die Bevölkerung über den Inhalt des Konzeptes informierte, als problematisch an. "Man hätte besser kommunizieren sollen, worauf sich die Menschen damit eigentlich vorbereiten sollen", sagt der 57-Jährige. Er gehört zu den Menschen, die für kleinere Katastrophen gut gewappnet sind. "Ich habe immer schon gedacht, dass es sinnvoll ist, für den ein oder anderen Ernstfall vorbereitet zu sein. Ich habe einen eigenen Stromgenerator, denn ohne Strom läuft in unserer Welt fast gar nichts."

Von einer Vermischung der Thematik mit militärischen oder terroristischen Bedrohungsszenarien hält Theo Borgmann nichts. "Wenn es hier irgendwelche bewaffneten Konflikte geben sollte, hat man als Bürger sicher ganz andere Probleme als die Lebensmittelvorräte", sagt er. Aber zumindest auf andere Eventualitäten ist der 57-Jährige zu Hause doch ganz gerne vorbereitet.

Susanne Krogoll: "Man kauft ohnehin nicht jeden Tag etwas ein und hat immer einen Lebensmittelvorrat zu Hause." FOTO: Martin Büttner
Quelle: RP
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