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Dinslaken
Handwerker werben um Verständnis für ihr Probleme

Dinslaken. In der Diskussion um den Bau von fünf Flüchtlingshäusern melden sich weitere Handwerker zu Wort, die von der Stadt mehr Verständnis erwarten.

Am kommenden Dienstag soll der Rat darüber entscheiden, die Verträge mit dem Caritasverband zum Bau von fünf weiteren Flüchtlingsunterkünften zu kündigen. Dabei geht es aber nicht nur um eine Auseinandersetzung zwischen der Stadt und der Caritas. Es geht auch um die vom Verband mit den Arbeiten beauftragten Handwerksbetriebe. Und die fühlen sich von der Stadt ungerecht behandelt. Nach Holzbauer Andreas Kamps, der in der Samstagsausgabe der Rheinischen Post darüber berichtet hatte, welche Probleme es für sein Unternehmen nach sich zieht, wenn auf den Bau der Häuser verzichtet wird, warben gestern auch die Firma Opgen-Rhein, die die Heizungs- und Sanitärarbeiten ausführen sollte, die Firma GEFAS (Trockenbau), die Firma Hasselkamp (Elektro) und Schreiner Jörg Neukäter um Verständnis für ihre Sorgen und Nöte.

Für sie alle geht es nach eigenen Angaben um grob zusammengerechnet einen Schaden von rund 1,5 Millionen Euro. Ihre Vertreter machten gestern klar, dass sie nach den eindeutigen Ratsbeschlüssen und den von der Stadt erteilten Baugenehmigungen keinen Anlass gehabt hätten, daran zu zweifeln, dass sie die erteilten Aufträge auch abarbeiten könnten. "Auf dieses Auftragsvolumen, so Ralf Thießen (GEFAS), "haben wir alle unsere wirtschaftliche Planung ausgerichtet. Wir haben andere Aufträge abgelehnt oder uns zumindest nicht um andere Aufträge bemüht, weil wir ja davon ausgehen mussten, dass wir dafür ohnehin keine Zeit gehabt hätten.""Wenn die Häuser nicht gebaut werden", so erklärte Jörg Neukäter, "bedeutet das für mich einen Umsatzverlust von rund 80 Prozent." Ganz abgesehen davon, dass er, wie die anderen auch, schon Material geordert habe. "Bei mir stehen 300 Türen herum, mit denen ich dann nichts mehr anfangen kann", berichtet er. Nach dem im Sommer verhängten Baustopp für die Häuser hat die Firma Opgen-Rhein inzwischen zwei Mitarbeiter entlassen müssen. Nach dem bisherigen Verlauf der Gespräche mit der Verwaltung sind alle Firmenvertreter nicht mehr davon überzeugt, dass die Stadt es mit der Versicherung, keinem Handwerker solle ein Schaden entstehen, wenn die Häuser nicht gebaut würden, richtig ernst meint. "Unser Schaden ist doch längst da", sagt Thießen. Alle Firmen sind der Auffassung, dass sie ihre Ansprüche hinreichend nachgewiesen haben und können nicht verstehen, dass die Stadt von ihnen ständig neue Nachweise fordere. "Wir haben doch bereits solche Flüchtlingsunterkünfte gebaut, die auch abgerechnet und bezahlt worden sind", sagt Dirk Hasselkamp. Auf Basis dieser abgerechneten Bauten, hätten die Firmen ihre Ansprüche errechnet. Es könne doch nicht sein, dass die Berechnungen für frühere Häuser anerkannt worden seien, das alles aber nun in Frage gestellt werde, wo es doch um die gleichen Häuser gehe.

Die Handwerker beklagen, dass die Stadt ihnen mit einem für sie unverständlichen Misstrauen begegne. Dabei hätten sie doch in den Jahren zuvor in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Caritasverband beim Bau von Flüchtlingsunterkünften gute Arbeit abgeliefert, was die Stadt bislang auch nie in Frage gestellt habe. Die Firmen betonten noch einmal, dass sie nach wie vor einen Konsens mit der Stadt anstreben. Aus ihrer Sicht könnte eine Lösung gefunden werden, wenn sich alle Beteiligten unter der Mod*eration eines unabhängigen Experten an einen Tisch setzten.

(jöw)
 
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