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Dinslaken
Hilfe auf dem Weg in ein neues Leben

Dinslaken. Flüchtlinge aus den verschiedensten Nationen leben in der Übergangseinrichtung Fliehburg, die von der Caritas betrieben wird. Dort erhalten die Bewohner Orientierung, um sich in der für sie neuen Gesellschaft zurechtzufinden Von Heinz Schild

Der Caritasverband für die Diözese Münster feiert sein 100-jähriges Bestehen und veranstaltet aus diesem besonderen Anlass ein Jubiläumstour. Sie steht unter dem Motto "Menschen bewegen - Caritas" und findet in der Zeit vom 31. August bis 6. September statt. An jedem dieser Tage werden jeweils zwei Orte besucht, am Freitag 2. September steht Dinslaken auf dem Tourplan, ein Informationsstopp wird in der Fliehburg eingelegt. Dort geht es thematisch um die aktuelle Situation der Flüchtlingsarbeit. Zu den Besuchern gehört Domkapitular Josef Leenders, Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes, der früher als Pfarrer in Sankt Dionysius Walsum sowie als Dechant im Dekanat Dinslaken tätig war. Ihn begleitet Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann.

Der Caritasverband Dinslaken-Wesel wird den Gästen seine Arbeit in der Fliehburg vorstellen, das Konzept der Flüchtlingsarbeit erläutern und darlegen, wie es umgesetzt wird, sagte gestern Caritasdirektor Michael van Meerbeck. Die Erstaufnahmeeinrichtung Fliehburg wird von dem Wohlfahrtsverband betrieben, der auch die dort untergebrachten Flüchtlinge betreut. Gegenwärtig leben in dem Übergangsheim rund 700 Menschen (Männer, Frauen, Kinder) aus den unterschiedlichsten Nationen. Die Caritas hat 9,5 Stellen im Bereich der Flüchtlingsarbeit eingerichtet, tätig sind dort Arbeitspädagogen, Therapeuthen, Erzieher sowie Hausmeister. "Wir sind dort breit aufgestellt, um den Menschen Begleitung anzubieten", sagte Michael van Meerbeck, der sich darüber freut, dass viele Dinslakener Bürger sich ehrenamtlich in der Fliehburg engagieren und den dort lebenden Menschen helfen. So gibt es beispielsweise über 60 Ehrenamtliche, welche die Flüchtlinge beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen, sie teilweise sogar in die Schule begleiten. Andere sind als Familienbegleiter tätig und übernehmen für diese Verantwortung.

In der Fliehburg werden die Bewohner auf die hiesige Gesellschaft vorbereite. Sie erfahren, was sie erwartet und wie sie sich in ihr zurechtfinden können. Es gilt, sie behutsam an die Regeln des hiesigen Zusammenlebens heranzuführen. Nach Überzeugung von Michael van Meerbeck ist es richtig, die Flüchtlinge nicht sofort in der Stadt zu verteilen. Denn geschieht dies zu früh, können diese Menschen leicht anecken und sich verloren vorkommen. Ist das notwendige Basiswissen vermittelt, kann darauf aufgesetzt und die weitere Arbeit mit dem Kooperationspartner VHS fortgesetzt werden.

Nach Einschätzung von Michael van Meerbeck ist es in Dinslaken gemeinsam mit der Bevölkerung gelungen, den Flüchtlingen den Weg in ein neues Leben zu eröffnen. Die Fliehburg sei notwendig, um diejenigen, die ihre Heimat verlassen haben, menschenwürdig aufzunehmen. Gleichzeitig sei man bemüht, auch den Bürgern in Dinslaken die Situation so lebbar wie möglich zu machen. Dabei verhehlt der Caritasdirektor nicht, dass es auch negative Seiten und Erlebnisse gibt. Er denkt an die vergangene Woche, als es in der Fliehburg Festnahmen von dort untergebrachten jungen Männern wegen IS-Terrorverdachts gab.

Quelle: RP
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