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Dinslaken
Hilfe für Flüchtlinge besser koordinieren

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft
Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller
Dinslaken. Dinslakener Facebook-Gruppe kritisiert die Zusammenarbeit mit der Caritas. Stärkere Vernetzung erwünscht. Von Robin Kunte

Viele Menschen, die Flüchtlingen helfen wollen, sind bei Facebook aktiv. Etwa in der Gruppe "Refugees welcome" (Flüchtlinge willkommen). Sie hat derzeit mehr als 600 Mitglieder, und es werden täglich mehr. Der Einsatz der Ehrenamtlichen muss mit der Arbeit des hauptamtlichen Trägers der Flüchtlingsunterkünfte, der Caritas, abgestimmt werden - was offenbar nicht immer reibungslos funktioniert.

So beklagt Karsten Sählbrandt, Mitglied von "Refugees welcome", ein Kommunikationsdefizit zwischen Caritas und Gruppe. "Wir brauchen eine stärkere Vernetzung und müssen besser ins Gespräch kommen" sagt Sählbrandt, der betont als Privatperson und nicht für die gesamte Gruppe zu sprechen. Guido Holtmann, der Gründer der Gruppe, sieht das ähnlich. "Die Zusammenarbeit mit der Caritas ist nicht optimal", sagt Holtmann. "Es wird viel Potenzial verschenkt." So habe die Facebook-Gemeinschaft seit Wochen keinen Ansprechpartner von Seiten der Caritas, der den Bedarf an Hilfe und Sachspenden weitergibt. Die Folge: Immer wieder fragen Mitglieder nach, wohin sie Spenden bringen sollen oder wem genau sie Hilfe anbieten können. Das führe letztlich dazu, dass viele auf eigene Faust agieren. Das sei aber auf keinen Fall das Ziel der Gruppe. "Wenn wir uns mit der Caritas besser synchronisieren, könnten wir beachtliches leisten", sagt Holtmann. "Wir arbeiten bisher allerdings aneinander vorbei." Es gehe ihm nicht darum, sich einen "goldenen Orden" zu verdienen, sondern den Geflüchteten zu helfen. Zudem würde eine bessere Zusammenarbeit die Caritas entlasten. "Der Erfolg steht und fällt mit der Kooperation."

FOTO: Robin Kunte

Caritasdirektor Michael van Meerbeck freut sich über die Hilfe von Facebook - sie sei gewünscht und gut. "Doch wir werden zurzeit von Sachspenden überrannt und bekommen Probleme mit den Lagerplätzen." Seitdem Ende Juli die Notunterkünfte für 120 Flüchtlinge in Dinslaken eingerichtet worden sind, rollt eine Welle der Hilfsbereitschaft durch die Stadt. Gleichzeitig arbeiten die Mitarbeiter der Caritas am Limit. "Ich achte das Engagement auf Facebook sehr", sagt van Meerbeck. "Aber ich bitte auch um Verständnis, dass nicht alles sofort geht."

Aktuell seien die Ende Juli angekommenen Flüchtlinge mit Sachspenden gut ausgestattet, so der Caritasdirektor. Das kann sich aber blitzartig wieder ändern, sobald Dinslaken neue Asylsuchende zugeteilt werden. "Wenn Bedarf da ist, dann melden wir uns", verspricht van Meerbeck. "Dann gehen wir natürlich auch auf die Facebook-Gruppe zu." Selbst auftreten wird die Caritas in dem sozialen Netzwerk nicht, stattdessen will sie den Kontakt etwa über Administrator Guido Holtmann herstellen.

Fotos: Große Hilfsbereitschaft am Dortmunder Hauptbahnhof FOTO: dpa, mjh

In der vergangenen Woche hat der katholische Verband einen Schritt unternommen, um die Flüchtlingshilfe zu strukturieren. Zentraler Ansprechpartner für alle Hilfsanfragen ist die Freiwilligenzentrale. Zwei Mitarbeiterinnen nehmen dort alle Anfragen entgegen. Außerdem formuliert die Caritas nun Aufgabebeschreibungen für potenzielle Helfer. Van Meerbeck: "Wir wollen Ehrenamt verantwortlich betreuen."

Quelle: RP
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