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Voerde
Hilfe für philippinische Grundschule

Voerde. Das Lions Hilfswerk Voerde und das engagierte Medizinerehepaar Peter und Dr. Marlene Ruth Hermo Koslowsky haben mehr als 560.000 Euro für ein Schulaufbauprojekt auf den Philippinen zusammengebacht. Von Heinz Schild

Mehrere Schulaufbauprojekte haben der Friedrichsfelder Internist Peter Koslowsky und seine Frau, Dr. Marlene Ruth Hermo Koslowsky, in den zurückliegenden Jahren auf den Philippinen erfolgreich umgesetzt. Eigentlich wollte das Medizinerehepaar keine weiteren Vorhaben zur Bekämpfung des Analphabetismus in abgelegenen Regionen auf den Philippinen, dem Geburtsland der Ärztin, mehr angehen. Doch dann sah das Ehepaar die Tagdon Elementary School (TES), die für 250 Schüler ausgelegt ist und an der acht Lehrkräfte unterrichten. Diese Grundschule, die Marlene Koslowsky als Kind bis zu ihrem zehnten Lebensjahr in der Provinz Sorsogon besucht hatte, befand sich in einem erbärmlichen Zustand. Drei Taifune waren in den vergangenen Jahren über sie hinweggefegt und hatten sie verwüstet. "Beim Anblick von TES mussten wir was tun", stand für Peter Koslowsky fest.

Als Mitglied des Voerder Lions-Clubs konnte Peter Koslowsky auf die Unterstützung des örtlichen Lions-Hilfswerkes setzen. Flugblätter wurden gedruckt und für das neue Hilfsvorhaben geworben. In einer Spendenbox, die in der Arztpraxis der Koslowskys an der Poststraße steht, wurden von hilfsbereiten Voerder Geldbeträge für TES eingeworfen. Als rund 12.000 Euro beisammen waren, wandte Koslowsky sich an das Hilfswerk der Deutschen Lions, schilderte das Vorhaben und bat um Unterstützung. Er hatte Glück. Die Wiesbadener Zentrale aller Lions-Hilfswerke in Deutschland hatte rund 45.000 Euro Spendengelder zur Verfügung, die zweckbestimmt waren für die Beseitigung von Taifunschäden auf den Philippinen. Die Voerder sollten etwa 25.000 Euro aufbringen. Zudem zeigte man sich in Wiesbaden von dem Vorhaben so angetan, dass vom Hilfswerk der Deutschen Lions angeregt wurde, das Projekt zu übernehmen und einen Förderantrag an die Weltzentrale der Lions (LCIF) in Ookbrook in den USA zu stellen. Aus den USA kam schließlich die Zusage über etwa 74.000 Dollar. Eine Bedingung für die Bewilligung war, dass ein Lions-Club in dem Projektland die Leitung dort übernimmt und sich auch finanziell beteiligt. Die Voerder hatten bereits mit den Lions in Bulan auf den Philippinen zusammengearbeitet, und dieser Club war auch nun zur Kooperation bereits und brachte etwa 2000 Euro ein. Somit standen inzwischen rund 140.000 Euro an Geldern zur Verfügung.

Das Deutsche Lions-Hilfswerk kam zudem auf den Gedanken, beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit einen Zuschussantrag zu stellen. Umfangreiche Unterlagen mussten dafür zusammengestellt werden, eine Projektbeschreibung mit Jetzt-Analyse und Prognose, Bauzeichnungen und Kostenvoranschläge waren notwendig. Fristen mussten eingehalten werden. Doch die viele Arbeit hat sich gelohnt. Schließlich ging der Bescheid über eine Förderung von rund 420.000 Euro ein. "Wir waren sprachlos vor Freunde", so Peter Koslowsky.

Mit den Gelder der Lions waren damit etwa 560.000 Euro beisammen. Dieser Betrag reicht zur Sanierung des gesamten Schulkomplexes in Tagdon mit Bau eines Mehrzweckschulgebäudes. Zusätzlich kann eine Aula errichtet werden, die auch als Sporthalle und Notunterkunft genutzt werden kann. Die Anlage erhält zur Seeseite eine Flutschutzmauer, das Schulgelände bekommt eine Drainage. Jedes Schulgebäude erhält Toiletten. Ein Brunnen wird ebenfall angelegt.

Quelle: RP
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