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Dinslaken
Hilfe im Kampf gegen Amazon und Co.

Dinslaken: Hilfe im Kampf gegen Amazon und Co.
FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Mit der Aktion "Kauf in deiner Stadt!" will das Berufskolleg Dinslaken die regionalen Buchhandlungen unterstützen. Ziel ist es, den Einzelhandel zu stärken und ihm im Kampf gegen die übermächtige Internet-Konkurrenz zur Seite zu stehen. Von Sebastian Bergmann

Sommer für Sommer liegt es an den Schülern des Berufskollegs Dinslaken, sich neue Bücher für das bevorstehende Schuljahr zu beschaffen. Egal ob Atlanten, Fachbücher oder Formelsammlungen: Mit nur ein paar Klicks lassen sich die meisten Exemplare bequem beim Marktführer übers Internet nach Hause ordern. Die Leidtragenden unter dieser Entwicklung im Kaufverhalten sind die hiesigen Buchhandlungen in Dinslaken und Umgebung. Das Berufskolleg Dinslaken und Studiendirektor Bruno Otto, zuständig für das Marketing des Berufskollegs, wollen diesem Trend nun entgegenwirken und so die "kulturelle Vielfalt in der Stadt bewahren". Gemeinsam wurde deshalb die Aktion "Kauf in deiner Stadt!" gestartet.

FOTO: Büttner, Martin (m-b)

Mit der Thalia-Filiale Dinslaken, der Buchhandlung Korn am Altmarkt, der Buchhandlung Kaleidoskop in Dinslaken-Hiesfeld und der Buchhandlung Lesezeit, mit Geschäften in Dinslaken, Voerde und Spellen, nehmen alle örtlichen Buchläden an der Aktion teil. Nach einem Beschluss der Schulkonferenz des Berufskollegs im vergangenen September, wurden die Schülerinnen und Schüler sowie deren Erziehungsberechtigten vor den Sommerferien nun gebeten, beim Kauf der Lektüren den regionalen Buchhandel zu berücksichtigen. Die lokalen Buchhandlungen bekamen zudem eine Liste mit Schulbüchern, die die Schüler für das kommende Schuljahr benötigen werden.

Studiendirektor Bruno Otto, zuständig für das Marketing des Berufskollegs, Thomas Staudinger, Geschäftsführer derDinslakener Thalia-Filiale, Buchhändlerin Sabine Friemond- Kund und der Leiter des Berufskollegs Uwe Neumann (v.l.) stellten gestern die Aktion "Kauf in deiner Stadt!" vor. FOTO: Martin Büttner

"Es geht darum, die regionalen Buchhandlungen zu stärken. Im Gegensatz zur Internet-Konkurrenz übernehmen sie Verantwortung für die Region, bieten Praktikums- und Ausbildungsplätze an. Ihre Arbeitnehmer können zu fairen Arbeitsbedingungen einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Zudem zahlen sie im Gegensatz zu den Internet-Giganten hier Steuern und tragen somit dazu bei, dass Kindergärten, Schulen, Freizeit- und Kultureinrichtungen für alle Bürger zur Verfügung gestellt werden können", sagt Uwe Neumann, Oberstudienrektor und Schulleiter des Berufskollegs.

Dinslaken: Alles rund um die Neutor-Galerie FOTO: Büttner, Martin

Studiendirektor Otte, der die Aktion aus einem persönlichen Interesse heraus initiierte, will das Aussterben der örtlichen Buchhandlungen, das er in den vergangenen beiden Jahrzehnten beobachtete, stoppen: "Durch diese Aktion wollen wir die kulturelle Vielfalt an Buchhandlungen beibehalten." Als Deutschlehrer und Konsument findet es Otte wichtig, dass "das Stöbern und die Daumenprobe" bei der Kaufentscheidung weiterhin möglich sind.

Sabine Friemond-Kund von der Buchhandlung Lesezeit meint: "Es ist toll, dass diese Initiative von den Lehrern kommt." Der Internet-Konkurrenz könne der Einzelhandel weiterhin nur mit "Freundlichkeit, gutem Service und Beratung" entgegentreten. Man müsse "ein Lächeln gegen Amazon und Co." auflegen. Auch Thomas Staudinger, Geschäftsführer der Thalia-Buchhandlung, sagt: "Unsere Waffen sind das persönliche Gespräch und Freundlichkeit. Das ganze Jahr über haben wir Praktikanten bei uns."

Alle Buchhandlungen haben die zu beschaffenden Bücher entweder vorrätig oder können diese innerhalb eines Tages beschaffen. Bei allen Läden lassen sich die Pflichtlektüren auch telefonisch oder über einen eigenen Webshop bestellen. Auch eine Lieferung nach Hause ist kein Problem.

Die Schüler des Berufskollegs Dinslaken, rund 3000, müssen je nach Studiengang zwischen 20 und 80 Euro pro Schuljahr aus eigenen Mitteln in neue Bücher investieren. Da es in Deutschland eine Preisbindung für diese Bücher gibt, kosten sie überall das selbe.

Quelle: RP
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