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Voerde
Hoffnung für den fünfjährigen Alexander

Voerde. Ein Stammzellenspender für den Jungen aus Voerde, der an einem seltenen Immundefekt leidet, ist gefunden. Der genetische Zwilling lebt in Brasilien. Die Chance, einen Spender zu finden, lag bei 1 zu 23 Millionen.

Es ist ein kleines Wunder: Der kleine Alexander aus Voerde hat einen Spender gefunden. Der fünfjährige Junge leidet an septischer Granulomatose, einem seltenen Immundefekt. Die Chance, einen Stammzellenspender zu finden, lag bei 1 zu 23 Millionen. Noch im Juni hatte die Familie auch über die Medien einen großen Spendenaufruf gestartet.

Am Freitag kam der Anruf der DKMS. "Der genetische Zwilling meines Enkels lebt in Brasilien", so Alexanders Großmutter Richarda Frütel. "Und er hat sich bereit erklärt, sich die Stammzellen für meinen Enkel entnehmen zu lassen." Allerdings könne der Spender erst im Oktober ins Krankenhaus.

In dieser Woche schon fährt Alexander nach Ulm. Dort muss Mitte August "eine kleine Operation durchgeführt werden", so Richarda Frütel. Mitte September erhält Alexander die Chemotherapie, und im Oktober werden die Stammzellen dem Spender in Brasilien entnommen "und unserem Alexander eingesetzt."

Alexanders Mutter Simone Feldmann ist überglücklich: "Ich möchte es am liebsten laut heraus schreien, so viel Glück, das ist Gänsehaut pur. Ich kann es kaum in Worte fassen. Mir war vorher nicht bewusst, wie viel Bedeutung das Wort Danke haben kann. So viele Menschen haben an unserem Schicksal Anteil genommen." Denn "nach der Diagnose ist unsere Welt einfach stehen geblieben, aber jede neue Registrierung hat sie wieder ein kleines bisschen angeschubst. Nun bekommt mein kleiner Sonnenschein eine zweite Chance auf Leben und das ist einfach nur unbeschreiblich großartig!"

Die DKMS postete die gute Nachricht gestern auf Facebook: "Besser kann die Woche kaum beginnen. Wir freuen uns tierisch mit Alexander und seiner Familie".

Auch Richarda Frütel dankte dort noch einmal für die Hilfe. "Ich bin ganz ergriffen über die große Anteilnahme und die unzähligen guten Wünsche. Mein ganz besonderer Dank gilt dem Spender, den wir hoffentlich einmal kennenlernen dürfen, denn ich bin ganz sicher, dass unser kleiner Sonnenschein den Rest packt." Auch für die vielen Reaktionen auf den Zeitungsbericht dankt sie. Die Familie, so Richarda Frütel, hoffe nun, dass Alexanders Körper die Spende annimmt: "Also bitte weiter Däumchen drücken."

Die Krankheit wurde bei Alexander erst sehr spät festgestellt - im Februar dieses Jahres, im Alter von fünf Jahren. Der Diagnose waren unzählige Krankenhausaufenthalte, immerzu Bauchschmerzen, Durchfall, Lungen- und Mittelohrentzündungen vorangegangen. Erst nach einer Zahnfleischprobe wurde in einer Krefelder Spezialklinik festgestellt, dass ein immunologisches Problem vorliegt. "Ich bete jeden Tag, dass wir bald einen passenden Spender finden und mein kleiner Sonnenschein irgendwann ein ganz normales Leben führen darf", schrieb seine Mutter noch Ende Juli. Der liebe Gott hat ihr Gebet offenbar erhört.

(aha)
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