| 00.00 Uhr

Dinslaken
Hol-Drop-Thron komplett in Frauenhand

Dinslaken: Hol-Drop-Thron komplett in Frauenhand
FOTO: Markus Joosten
Dinslaken. Premiere zum 60-jährigen Bestehen des Vereins: Helga Nottebohm führt als neue Königin mit einer reinen Damenriege die Schützen an. Für die frisch gebackene 80-Jährige war es "quasi ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk". Von Florian Langhoff

Es dürfte eine Premiere sein im Schützenkreis Dinslaken. Definitiv ist es eine beim Dinslakener Schützenverein (DSV) Hol-Drop. Zum ersten Mal in der 60-jährigen Geschichte des Schützenvereins gibt es jetzt einen Thron ohne einen Mann. Zum runden Geburtstag des Vereins haben die Damen das Ruder in der Hand. Während alle Schützen gemeinsam auf die Vogelpreise angelegt hatten, blieb das Ringen um die Königs- pardon Königinnenwürde dieses Mal den Damen vorbehalten. "Ich hatte diese Idee schon länger", sagt Maria Nowakowski, eine der neun Damen, die am Schluss mit auf den Rumpf des Holzadlers angelegt hatten. "Und jetzt bin ich froh, dass es endlich geklappt hat."

Noch ein wenig mehr Jubeln durfte am Ende Helga Nottebohm. Mit dem 247. Schuss auf den Vogel schoss sie den Rest ab und krönte sich damit zur Königin. "Mir schlotterten die Knie, als der Vogel runterkam. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet", sagt die neue Königin der Schützen von Hol-Drop. Erst vor kurzem hat die erfolgreiche Schützin, die schon seit 23 Jahren zum Verein gehört, ihren 80. Geburtstag gefeiert. "Das ist jetzt quasi ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk", sagt die Königin.

Und weil die Frauen dieses Jahr alles anders machen, wird es natürlich auch keinen Thron mit festen Ministerpaaren geben. Alle Frauen, die mit auf den Rumpf des Holzvogels geschossen haben, bilden die neue Throngesellschaft: Sonja Bodinek, Sissi Heitkamp, Claudia Hübner, Inge Kruse, Gerti Martinkovics, Gundi Mielke, Maria Nowakowski und Helga Tischer. Beim Verein freut man sich über den Frauenthron. "Wenn wir mal ganz ehrlich sind, ginge ohne die Damen im Verein gar nichts", sagt Pressesprecher Klaus Feldkamp.

Bevor Helga Nottebohm den entscheidenden Treffer landete, hatten die anderen Vereinsangehörigen den Vogel schon fachgerecht zerlegt. Die Vogelpreise gingen an: Torsten Edlinger (Krone), Edith Schürmann (Kopf), Klaus Feldkamp (Reichsapfel), Klaus Denstorf (Zepter), Markus Prang (linker Flügel) und Maria Nowakowski (rechter Flügel).

Das 60-jährige Bestehen des Vereins nutzte der Vorsitzende Heribert Prang für einen Blick in die Vergangenheit und die Zukunft. Dabei machen sinkende Besucherzahlen und andere Entwicklungen auch dem DSV Hol-Drop zu schaffen. Eine Idee, um für Abhilfe zu sorgen: ein gemeinsames Schützenfest aller Dinslakener Vereine. "Das ist der Weg der Zukunft", sagte Prang.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Dinslaken: Hol-Drop-Thron komplett in Frauenhand


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.