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Holz-Energiezentrum - Ende 2021 in Betrieb

Hintergrund: Holz-Energiezentrum - Ende 2021 in Betrieb
Auf diesem Areal in hinteren Bereich der Thyssenstraße soll das neue Holz-Energiezentrum entstehen. Die geplante Anlage wird nur einem Teil des Grundstücks einnehmen. FOTO: Stadtwerke
Dinslaken. Die Stadtwerke Dinslaken realisieren das Projekt mit drei weiteren Partnern auf einem Grundstück im Industriegebiet an der Thyssenstraße. Von Heinz Schild

DINSLAKEN Die bisherigen Überlegungen sehen vor, dass das Holz-Energienzentrum, das die Stadtwerke Dinslaken auf einem von Bäumen umgebenen Industriegebiet an der Thyssenstraße bauen und betreiben wollen, Ende 2021 seinen Betrieb aufnehmen soll. Bislang befindet sich das Projekt, das kürzlich den Dinslakener Bürgern in einer Informationsveranstaltung im Ledigenheim Lohberg vorgestellt wurde, noch in der Planungsphase. Entstehen soll auf dem Areal eine Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK), die mit Altholz befeuert wird und genügend Strom produziert, um sämtliche Haushalte in der Stadt Dinslaken mit elektrischer Energie und alle 17.000 Fernwärmeanschlüsse mit Wärme zu versorgen.

Um dieses Vorhaben zu realisieren, haben sich vier Partner zusammen getan: Das sind die Stadtwerke Dinslaken, die Stadtwerke Duisburg AG, die Hellmich Unternehmensgruppe aus Dinslaken sowie die Flohr Unternehmensgruppe aus Neuwied.

Die geplante Anlage soll über eine Feuerungswärmeleistung von insgesamt 100 Megawatt verfügen und Strom sowie Wärme annähernd CO2-neutral erzeugen - und dies völlig unabhängig von Kohle, Erdöl und Erdgas. Vorgesehen ist, dass dort alle Arten von Altholz verfeuert werden. Die im Jahr benötigte Menge beträgt rund 184.000 Tonnen dieses Brennstoffes. Die Verfeuerung geschieht nach Aussage des Versorgungsunternehmens kontrolliert und nahezu emissionslos. Um dies zu erreichen, wird eine Rauchgasreinigungsanlage eingesetzt, die dafür sorgen wird, dass die Emissionen unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten liegen. Mitarbeiter der Stadtwerke-Leitwarte werden die Anlage zudem ständig überwachen und einen reibungslosen Betrieb sicherstellen.

In die Brennkammer der Anlage wandert Altholz unterschiedlicher Art, beispielsweise naturbelassene Paletten, aber auch geleimtes, gestrichenes und beschichtetes Altholz. Nicht verfeuert wird Altholz, das unter die Klassifizierung A 5 fällt, also PCB-haltig ist. Wie eine Unternehmenssprecherin versicherte, wird das angelieferte Brennmaterial von den Stadtwerken vor dem Einsatz im Dinslakener Holz-Energiezentrum vorsortiert und analysiert. Auch die nach der Verbrennung übrigbleibende Rost- und Filterasche werde untersucht und später durch zertifizierte Entsorgungsunternehmen entweder auf einer Deponie entsorgt oder aber weiterverarbeitet.

Das Altholz stammt aus der Umgebung innerhalb eines Umkreises von 50 bis 75 Kilometern. Vor der Verbrennung wird das Holz zerkleinert und sortiert, Plastik- und Metallteile werden dabei ausgesondert. Das aufbereitete Feuerungsmaterial werde dann unter Einhaltung der 17. Bundesemissionsschutzverordnung (BImSchV) kontrolliert verbrannt, wie die Stadtwerke versichern.

Die bei der Verbrennung entstehenden Rauchgas werden gereinigt, gefiltert und gelangen erst dann aus dem Kamin in die Luft. Die Rauchgas-Emissionen sollen ebenfalls unter den gesetzlichen Vorgaben liegen. Die Anlage wird energieoptimiert für die Erzeugung von Strom und Fernwärme ausgelegt.

Vorgesehen ist, das Brennmaterial per Lastwagen anzuliefern. Nach bisherigen Berechnungen werden bei Volllastbetrieb der Anlage pro Tag 25 Lkw-Lieferungen Altholz benötig. Dies bedeutet, dass zwei bis vier Anfahrten pro Stunde notwendig sind, da es nachts und auch an Wochenenden keine Anfahrten geben wird. Die Lkw kommen von der Autobahn A 59 (in Ausnahmefällen über die A 3) und fahren dann über die Brink- und die Otto-Brenner-Straße zum Energiezentrum. Der Anfahrtsweg auf Dinslakener Stadtgebiet wird von den Stadtwerken mit zwei Kilometern angegeben.

Das neue Holz-Energiezentrum ist den Planungen entsprechend komplett eingehaust. Die Entladung der Lkw erfolgt im Innern der Anlage, die über zwei 50 Meter hohe Schornsteine verfügen wird. Weder Staub noch Lärm sollen nach draußen dringen.

Das Holz-Energiezentrum soll in der Lage sein, den Strom- und Wärmebedarf in Dinslaken langfristig zu sichern. Es produziert so viel Strom wie zwölf Lohberger Windräder. Für die Stadtwerke steht die geplante Anlage für eine leistungsstarke sowie umweltfreundliche Strom- und Wärmeerzeugung. Im ersten vollen Betriebsjahr des neues Energiezentrums soll der Arbeitspreis beim Strom für die Dinslakener Kunden pro Kilowattstunde um einen Cent gesenkt werden.

15 Arbeitsplätze werden direkt im Holz-Energiezentrum entstehen, weitere abhängige in der Region, so die Stadtwerke Dinslaken.

Quelle: RP
 
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