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Voerde
Im September wird erste Wärme erzeugt

Voerde: Im September wird erste Wärme erzeugt
Das neue Biomasseheizwerk soll Ende September in Betrieb gehen. FOTO: Gerd Hermann
Voerde. Die Arbeiten für den Bau des Biomasseheizwerkes der Fernwärmeversorgung, das an der Straße Am Industriepark in Friedrichsfeld entsteht, kommen voran. Nach Inbetriebnahme wird zuerst die Firma Siemens versorgt. Von Petra Keßler

An der Straße Am Industriepark in Friedrichsfeld hat ein Energieversorgungsprojekt mittlerweile sehr gut sichtbar Form angenommen: Dort, wo vor etwa dreieinhalb Monaten noch die vorbereitenden Bodenarbeiten liefen, ist heute die fast fertige Anlage des Biomasseheizwerkes zu sehen, das die Fernwärmeversorgung Niederrhein -eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Dinslaken - auf einem rund 1500 Quadratmeter großen Gelände im Industrie- und Gewerbegebiet errichtet.

Ende September soll das Heizwerk, in dem durch Verbrennen von Holzhackschnitzeln aus unbehandeltem Material Wärme erzeugt wird, in Betrieb gehen, wie Hans Büch, Prokurist bei der Fernwärmeversorgung Niederrhein, erläutert. Als erstes wird dann die Firma Siemens, zu der die Anschlussleitungen Netz bereits verlegt wurden, mit Heizwärme für die Werkshallen beliefert. Der Anschlusswert liegt in diesem Fall bei 1000 Kilowatt (kW).

In mehreren Abschnitten erfolgt der Anschluss der bislang insgesamt 95 Wohngebäude. Die am Ende rund fünf Kilometer lange Wärmeleitungstrasse führt zunächst in Richtung Bülowstraße, Wilhelmstraße, Grüner Weg bis Lindenweg. In diesem ersten Abschnitt werden ein Drittel aller Privatkunden bis 1. November dieses Jahres angeschlossen. Bis Mitte 2016 dann sollen es die Hälfte sein, wie Hans Büch erläutert. Die restlichen 50 Prozent will die Fernwärmeversorgung Niederrhein dann bis zum Winter 2016/17 an die Versorgung durch das neue Friedrichsfelder Biomasseheizwerk angeschlossen haben. Die Preise für das Heizen sollen dem für Voerde und Dinslaken üblichen Fernwärmepreis entsprechen, so das Versorgungsunternehmen.

Mehr als 60 der bisher 95 Wohngebäude, die versorgt werden, sind im Bestand der Wohnbau Dinslaken. Durch die dichte Bebauung und die Möglichkeit, große Abnehmer zu beliefern, rechne sich das Projekt, erklärt Hans Büch. Möglicherweise kämen noch private Einzelnutzer dazu. Die Wohnbau Dinslaken wird ihre betreffenden Objekte von Erdgas auf Fernwärme umstellen. Die Kosten sollen nach Angaben der Wohnungsgesellschaft ungefähr gleich zu denen im Fall einer Versorgung mit Erdgas liegen.

Ein weiterer Punkt ist die günstigere Umweltbilanz: Gegenüber der jetzigen Versorgung der Häuser mit Erdgas würden nach Angaben der Fernwärmeversorgung Niederrhein durch das gesamte Projekt im Jahr rund 1930 Tonnen an Kohlendioxid (CO2) eingespart.

Die Anlage des neuen Biomasseheizwerkes im Voerder Stadtteil Friedrichsfeld verfügt über zwei Heizkessel mit einer Leistung von jeweils 1100 Kilowatt. Um die Spitzenlast, "wenn es richtig kalt wird", sagt Hans Büch, abdecken zu können, ist auch ein Gasheizkessel mit einer Leistung von 3800 kW installiert. Zudem gehören zwei große Pufferspeicher mit jeweils 50 Kubikmeter Volumen zu der Anlage, in der bis zu der Inbetriebnahme unter anderem noch die Verrohrung der Kessel und der Anschluss des Elektrofilters erfolgen müssen. Die zu verarbeitenden Holzhackschnitzel werden per Lkw angeliefert, am Brennstoffsilo abgeladen und gelangen über ein Schubbödensystem, das sich innerhalb des Gebäudes befindet, zu den Öfen. Mit dem Feuer wird Wasser erhitzt, das durch Leitungen zu den Häusern gelangt und dort für wohlige Temperaturen sorgen soll.

Quelle: RP
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