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Dinslaken
Im Workshop entstehen neue Sinnesgärten

Dinslaken. Eine Fläche am Rande des Weihers im Bergpark Lohberg ist abgesperrt. In dem Bereich finden sich sieben unregelmäßige Formationen, die mit Schnüren umrandet sind. Daneben Piktogramme, mit oranger Farbe auf den Boden gesprüht: ein Auge, ein Mund, eine Nase. "Hier sollen gleich Sinnesgärten entstehen", erläutert Andreas Maurer. Mit Baustahlmatten hat der Landschaftsgärtner die einzelnen, abgegrenzten Pflanzbereiche ausgelegt. Aus dem gleichen Material, mit etwas Stoff bezogen, hat er simulierte Hänge und Terrassen gebastelt. Von Florian Langhoff

"Es geht heute darum zu lernen, wie man einen Garten sinnvoll anlegt", erklärt er. Das "sinnvoll" darf dabei durchaus doppeldeutig verstanden werden. Zum einen bezogen auf die Planungsschritte und Überlegungen, die bei der Gartengestaltung wichtig sind: Das Ausmessen der Fläche, das die Workshopteilnehmer selbst erledigen, aber auch, sich darüber Gedanken zu machen, wo es später für Pflanzen Licht gibt und wo es wann schattig wird.

Sinnvoll sind die Gärten aber auch, weil sie sich an den Sinnen orientieren. So legen die Workshopteilnehmer einen Garten zum Riechen an, einen zum Schmecken, einen zum Hören, einen zum Sehen und einen zum Fühlen. Bei Letzterem erfolgt die Auswahl der Pflanzen im Blindflug: Einer der beiden Nachwuchsgärtner, die hier am Werk sind, arbeitet mit verbunden Augen an der Pflanzenauswahl. Dazu kommt ein Unsinngarten: Der wird dominiert von einer großen Erhebung in der Mitte, von der die Pflanzen eigentlich herunterwachsen müssen. "Das ist eine echte Herausforderung", sagt der Landschaftsgärtner. Und dann gibt es noch einen Garten für den siebten Sinn, der einfach nach Bauchgefühl gestaltet werden soll.

Nach einer guten Stunde Arbeit haben die Workshopteilnehmer aus ihren abgetrennten und teilweise seltsam geformten Pflanzbereichen ganz ansehnliche, kleine Gärten gezaubert. Blumen mit bunt leuchtenden Blüten zieren die abgesteckten Bereiche. Gräser sorgen für blickgeschützte Bereiche und Baumstämme, Steine und kleine Holzscheiben für Blickfänge in den Miniatur-Gartenlandschaften.

"Eigentlich haben alle sehr symmetrische Gärten angelegt. Das scheint automatisch zu gehen", kommentiert der Landschaftsgärtner. Dabei sind die so entstandenen kleinen Gärten mehr als eine Übungsfläche für die Workshopteilnehmer. "Das sind alles Konzepte für die spätere Gestaltung des Bergparks", sagt Andreas Maurer. Die von den Bürgern gestalteten Gärten sollen eins zu eins in einem Projekt mit umgesetzt werden, das er derzeit für den Bergpark plant. So durften die Teilnehmer ihre Entwürfe jeweils skizzieren mit den Positionen ihrer Pflanzen und Andreas Maurer mitgeben. Vielleicht können sie diese dann in einiger Zeit in voller Pracht im Bergpark bewundern.

Quelle: RP
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