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Dinslaken
Impulse für die Ökumene vor Ort

Dinslaken: Impulse für die Ökumene vor Ort
Zum Reformationstag fand gestern Abend ein ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche in Dinslaken statt. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. 500 Jahre Reformation - mit dem gestrigen Tag begann der Kirchenkreis Dinslaken das Jubiläumsjahr. Evangelische und katholische Gemeinden befinden sich schon seit langem auf einem guten gemeinsamen Weg. Von Heinz Schild

Der Evangelische Kirchenkreis Dinslaken beging gestern den Reformationstag, der sich zum 500. Mal jährte. Dieses außergewöhnliche Jubiläum wird nun ein Jahr lang gefeiert. Geplant sind aus diesem Anlass etliche Veranstaltungen, darunter zahlreiche im Geiste der Ökumene. Zum Auftakt fand gestern Abend in der evangelischen Stadtkirche ein zentraler Gottesdienst statt, der ökumenisch zelebriert wurde (die RP wird darüber in der Donnerstagsausgabe berichten). Diesen Gottesdienst bezeichnete Friedhelm Waldhausen, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises, im Vorfeld als Ausdruck, dass die christlichen Kirchen das gleiche Bekenntnis sprechen. Von dem Jubiläumsjahr erwartet er Impulse für die Ökumene. "Wir befinden uns schon seit vielen Jahren auf einem guten, gemeinsamen ökumenischen Weg", betonte Superintendent Waldhausen das Verbindende und die gemeinsamen Werte der katholischen und der evangelischen Kirche.

Gefreut hat sich Dechant Gregor Kauling, Leitender Pfarrer der katholischen Pfarrei Sankt Vincentius, darüber, dass der Start ins Reformationsjahr in Dinslaken mit einem ökumenischen Gottesdienst begangen werden sollte, wie er gegenüber der RP erklärte. "Denn das ist ein sehr ermutigendes Zeichen", so Kauling weiter, zumal er damit auch die Erwartung verbindet, dass das ökumenische Gespräch weitergeführt wird. Er erinnerte daran, dass an der Basis bereits viel im Sinne der Ökumene stattfindet. Allerdings dürfe nicht übersehen werden, dass es von der Theologie her Unterschiede zwischen den beiden Kirchen gebe. Es gelte herauszufinden, "was trennt uns, wie sind Annäherungen im theologischen Gespräch möglich". Die Erneuerung auf der einen und die Spaltung auf der anderen Seite sind nach den Worten von Kauling die beiden Seiten der Reformation. "Wir wollen auf die Erneuerung schauen, die Spaltung trifft uns leidvoll", sagte der Dechant.

Pfarrer Wilhelm Kolks von der katholischen Kirchengemeinde Sankt Peter und Paul Voerde befürchtet, dass das Reformationsjubiläum Hoffnungen weckt, die das bevorstehende Festjahr nicht erfüllen wird. "Es ist die falsche Zeit, um große Erwartungen an die Ökumene zu haben", sagte Kolks. Impulse für die Ökumene, die "uns schon lange am Herzen liegt" und für die einiges getan werde, erwartet er nicht. Ihm stellt sich zudem die Frage, was gefeiert werden soll: ein Reformationsjubiläum, ein Lutherjahr oder ein Christusjahr?

Als ein positives Signal bewertete es Pfarrerin Susanne Jantsch von der Kirchengemeinde Spellen-Friedrichfeld, den Reformationstag unter christlichen Geschwistern ökumenisch zu feiern und damit die gemeinsamen Wurzeln zu betonen. "Wir feiern nicht die Trennung", betonte Jantsch. Die Reformation sei die Kraft, die die Kirche verändert, sie erneuert habe.

Eine Signalwirkung für die Ökumene erkennt Pfarrer Armin von Eynern von der Dinslakener Stadtkirche, doch sieht er auch die Grenzen, die immer noch vorhanden sind. Der Reformationstag ist für ihn deshalb "ein Gedenktag, auf den unterschiedlich geschaut wird". Impulse für die Ökumene vor Ort und ein stärkeres Zusammenarbeiten erwartet Jan Zechel, Pfarrer der evangelischen Friedenskirche in Eppinghoven. Auf höherer Kirchenebene stoße die Ökumene auf dogmatische Schwierigkeiten.

Auch Pfarrer Heiko Dringenberg von der evangelischen Kirchengemeinde Walsum-Vierlinden sieht die Gemeinden vor Ort weiter als die Chefetagen der Kirchen. "Wir sind seit längerer Zeit miteinander auf dem Weg, nicht erst seit gestern", betonte er und nannte als ein Beispiel die gemeinsame Flüchtlingsarbeit der katholischen und evangelischen Kirche in Walsum.

Quelle: RP
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