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Dinslaken
In der Bildung gibt es keine Königsklasse

Dinslaken: In der Bildung gibt es keine Königsklasse
Im Berufskolleg diskutierten Akteure aus dem Bereich Bildung über Möglichkeiten der Kooperation und Vernetzung zwischen den Institutionen. FOTO: Heiko Kempken
Dinslaken. Auftaktveranstaltung im Berufskolleg: Einzelkämpfer sind Geschichte, es geht darum, das Team als Chance zu nutzen. Von Rita Meesters

Viele Akteure sind im Bereich Bildung aktiv - von Schulen und Kindergärten über freie Träger, Beratungseinrichtungen bis zur Lebenhilfe oder der Volkshochschule. Wie können sich all diese Institutionen besser vernetzen, um das von den Initiatoren erklärte Ziel, optimale Bildung für jedes Kind, zu erreichen?

Erste Antworten wurden gestern bei der Auftaktveranstaltung zum Thema "kommunale Bildungslandschaft" im Berufskolleg zusammengetragen. Stadt und Caritasverband hatten Akteure aus allen beteiligten Bereichen eingeladen, sich in drei Arbeitsgruppen mit den Themen "Bildungsangebote für Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund", "Inklusion" und "Übergang von der Schule in den Beruf" auseinanderzusetzen.

Caritasdirektor Michael van Meerbeck, der nach der Begrüßung durch Bürgermeister Michael Heidinger einige einleitende Sätze sprach, verglich die Institutionen mit eigenen Kosmen, die nach ihren Regeln und Strukturen funktionieren - und die sich nun aufeinander zu bewegen würden: "In der Erziehung und Bildung gibt es keine Königsklasse. Alle Berufsgruppen müssen das multiprofessionelle Team als Chance akzeptieren." Der Einzelkämpfer müsse der Geschichte angehören. Nach einem Impulsvortrag von Dr. Hans-Jürgen Stolz vom Institut für Soziale Arbeit in Münster zum Thema "Bildung kann nur gemeinsam gestaltet werden" diskutierten die Teilnehmer in drei Foren ihre Schwerpunkte und präsentierten abschließend ihre Ergebnisse: Im Forum "Bildung für Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund" etwa stellten die Teilnehmer fest, dass es bereits ein großes Spektrum an Hilfen gibt, der Informationsaustausch und die Vernetzung untereinander aber verbessert werden könnte. Aus dem Forum "Inklusion" kam die Idee, eine Art "Gelbe Seiten" für alle beteiligten Institutionen zu erstellen und die Kooperation zu intensivieren. Die Gruppe zum Thema "Übergang von der Schule in den Beruf" sieht zum Beispiel die bessere Berufsorientierung als Aufgabe an.

Betriebe müssten in die Schulen, Lehrende aber auch in die Betriebe geholt werden. Auch die offene Jugendarbeit soll stärker für das Thema gewonnen werden. "Wir haben hier in Dinslaken schon viele Angebote", fasste Schuldezernentin Christa Jahnke-Horstmann anschließend zusammen. Diese sollen besser abgestimmt und vernetzt werden mit dem Ziel: "Mehr Bildungsgerechtigkeit für jedes Kind". Es ginge darum, Koordinationsbedarfe aufzudecken.

Handelnde sollen wissen, wo sie einen Ansprechpartner, einen "Kümmerer" finden, wie Moderator Wilfried Lohse formulierte. Die Veranstaltung gestern soll kein einmaliges Treffen bleiben.

Zunächst werden alle Fakten und Ergebnisse dokumentiert, im Laufe des Jahres sollen sich dann die drei Arbeitsgruppen ein weiteres Mal treffen.

Anliegen sei, so Christa Jahnke-Horstmann, in der Bildungslandschaft Strukturen aufzubauen für die Zusammenarbeit - ohne große Bürokratie.

Quelle: RP
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