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Dinslaken/Voerde/HÜnxe
In der Ferienzeit wird das Blut knapp

Dinslaken/Voerde/HÜnxe: In der Ferienzeit wird das Blut knapp
FOTO: dpa, mjh fgj
Dinslaken/Voerde/HÜnxe. Der DRK-Kreisverband Dinslaken-Voerde-Hünxe hat in den zurückliegenden Jahren einen allgemeinen Rückgang der Spendenbereitschaft festgestellt. Krankenhäuser sind auf Blutkonserven für die Patienten angewiesen. Von Heinz Schild

In den Sommerferien fahren viele Menschen in den Urlaub, um sich zu erholen und neue Kraft zu tanken. Für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bedeutet dies aber auch, dass die Zahl der Blutspender zurückgeht - und zwar deutlich. "Inzwischen ist das Fehlen der Blutspender längst ein permanentes Problem, unabhängig von der Ferienzeit - aber im Sommer wird es besonders hart", sagt Dr. Kurt Gerritz, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Dinslaken-Voerde-Hünxe. Mittlerweile gibt es zu wenig junge Menschen, die sich auch nach ihrer ersten Blutspende regelmäßig den Lebenssaft abzapfen lassen.

Dr. Gerritz kann sich noch gut an den Höhepunkt der Blutspendebereitschaft im Kreisverband erinnern: das war im Jahr 2011, als erstmals die Zahl der Blutspenden die 4000er-Marke überschritt. Damals wurden vom DRK rund 500 Erstspender registriert. Dann gingen die Blutspenden kontinuierlich zurück. 2015 lag die Zahl im Kreisverband bei 3000. Inzwischen ist sie knapp darunter gesunken, bedauert Dr. Gerritz. Inzwischen liegt die Zahl der Erstspender bei unter 200, der Rückgang habe seit 2011 jährlich im zweistelligen Bereich gelegen. Das ist nach Einschätzung des DRK-Vorsitzenden "schon katastrophal" .

"Die treuen Spender werden immer älter, die jüngeren wachsen nicht in dem Maße nach, wie es wünschenswert wäre", sagt Gerritz. Leider fehle bei den Jüngeren die Bereitschaft regelmäßig zur Blutspende zu gehen.

Deutschlandweit werden laut DRK täglich rund 15.000 Blutkonserven benötigt. Der Blutbedarf in Nordrhein-Westfalen sei besonders hoch, weil es in diesem Bundesland viele Krankenhäuser gibt. Ein Großteil dieses Blutes wird, so Dr. Gerritz, in der Onkologie, also der Krebsbehandlung eingesetzt. Gerritz appelliert, zur Blutspende zu gehen, denn jeder Mensch könne in die Situation kommen, dass er auf Spenderblut angewiesen ist. "Die Statistik besagt, dass etwa 80 Prozent der Bevölkerung einmal in ihrem Leben eine Blutkonserve benötigen. Es kann also jeder irgendwann auf Spenderblut angewiesen sein", sagt Gerritz. Und er berichtet, dass man immer noch nicht in der Lage ist, Blut synthetisch herzustellen.

Bei jeder Spende wir ganz langsam ein halber Liter Blut abgezapft. Der Zeitaufwand hält sich für die Spender in Grenzen, eine Stunde sollte mit der Ruhezeit nach der Blutspende eingeplant werden.

Grundsätzlich ist jeder gesunde Mensch über 18 Jahre als Blutspender willkommen. Frauen dürfen vier Mal im Jahr zur Spende gehen, Männer sechs Mal. Erstspender sollten jünger als 68 Jahre alt sein. Galt früher, dass mit 68 Jahren Schluss mit der Blutspende ist, so dürfen Dauerspender inzwischen auch über dieses Alter hinaus weiter spenden. Zwischen zwei Blutspenden müssen 56 Tage liegen.

Die nächste Blutspende-Termin, den das DRK in Dinslaken durchführt, findet am Freitag, 28. Juli, in der Gaststätte Schützenhaus an der Eppinkstraße 26 a statt. Dann ist dort der DRK-Blutspendedienst von 14 bis 18.30 Uhr vor Ort.

Das Deutsche Rote Kreuz hat eine kostenfreie Hotline eingerichtet, die über sämtliche Blutspendetermine informiert. Sie ist unter der Telefonnummer 0800 11 94911 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr zu erreichen.

Weitere Informationen sind auch im Internet abrufbar unter: www.blutspendedienst-west.de

Quelle: RP
 
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