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Voerde/Dinslaken
Initiative gegen die B 8 neu warnt vor Gefahren für Mensch und Natur

Voerde/Dinslaken. Appell an Bürgermeister, Abgeordnete und Verkehrs- und Umweltminister, sich gegen das Straßenbauprojekt auszusprechen.

Die Interessengemeinschaft gegen die B 8 n hat fast 50 Entscheidungsträger und Multiplikatoren in Bund und Land, die Bürgermeister der Städte Voerde (Dirk Haarmann), Dinslaken (Dr. Michael Heidinger), Wesel (Ulrike Westkamp) und Landrat Dr. Ansgar Müller angeschrieben. In dem Brief appelliert sie an die Adressaten, sich eindeutig gegen das Straßenbauvorhaben auszusprechen und sich dafür einzusetzen, dass die Maßnahme aus dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 gestrichen wird.

In einem ersten Schritt geht es der Interessengemeinschaft gegen die B 8 n darum, dass die wegen der Trassenführung vor allem, aber nicht nur in Voerde hochumstrittene Maßnahme im Bundesverkehrswegeplan 2030 aus dem vordringlichen Bedarf genommen und im zweiten Schritt dann ganz darauf verzichtet wird, erläutert der erste Vorsitzende Gerd Drüten. In dem Schreiben an die Entscheidungsträger und Multiplikatoren - darunter Bundes- und Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Wesel, die Verkehrs- und die Umweltminister in Bund und Land - nennt die Initiative den durch das Straßenbauprojekt verursachten Bodenverbrauch "nicht hinnehmbar" und "überflüssig wie die B 8 n" selbst. Dieser widerspreche zudem "allen Grundsätzen einer umweltverträglichen Ressourcenschonung". Die Folgen wären - neben einer "massiven siedlungsschädigenden Trennwirkung" - zusätzliche Emissionsbelastungen in den vielen betroffenen Wohngebieten von Dinslaken bis Wesel mit "Stickoxiden, Feinstaub und Lärm". Auch würde der überörtliche Lkw-Verkehr auf die "neue Schnellstraße" gelenkt und durch Siedlungs- und Naturschutzgebiete verlaufen, benennt Drüten einen weiteren, in dem Schreiben angeführten Punkt. "Lkw-Verkehr gehört auf die Autobahn und nicht durch Wohngebiete", betont er. Die neue B 8 würde nach der im Raum stehenden Trassenführung "teilweise durch unberührte Naturflächen und alte Obstwiesenbestände" und Wasserschutzzonen führen. Ebenso betroffen wären das Naturschutzgebiet Mommniederung (FFH-Gebiet), mehrere Landschaftsschutzgebiete und der Wohnungswald, mahnt die Interessengemeinschaft weiter. Auch das Wasserschloss Haus Voerde, dessen Parkanlage bei der geplanten Straßenführung durchschnitten würde, findet in dem Brief Erwähnung.

Angehängt hat die Initiative, die sich Anfang der 80er Jahre gegen die "Weiterführung der A 59" gegründet hatte und sich vor einigen Wochen reaktiviert und unter neuem Namen die Arbeit wieder aufgenommen hat, ihre Stellungnahme zu dem im Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlich eingestuften Projekt. Wie die Stadt Voerde setzt auch die "Interessengemeinschaft gegen die B 8 n" auf "Ausbau vor Neubau", schlägt etwa Verbesserungen bei bestehenden Verkehrsverbindungen, eine veränderte Verkehrslenkung oder den sechstreifigen Ausbau der Autobahn A 3 bis Wesel vor.

Die Initiative hat seit ihrer Reaktivierung einen starken Zulauf erfahren, wie Drüten berichtet. Mit etwa 40 "Altmitgliedern" wieder gestartet, zählt sie inzwischen "deutlich über 100". Darunter auch Anwohner aus Eppinghoven - und aus Lippedorf, wo sich ebenso Widerstand gegen die B 8 n regt.

(P.K.)
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