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Dinslaken
Integrationshilfe aus dem Rucksack

Dinslaken: Integrationshilfe aus dem Rucksack
Die Beteiligten am "Rucksack"-Programm im Awo-Familienzentrum Teerstraße in Lohberg. FOTO: Joosten
Dinslaken. Ein Programm zur Sprachförderung und Elternbildung für Migranten: Im Awo-Familienzentrum Teerstraße in Lohberg wird das in der Muttersprache zu Hause Erlernte auf Deutsch in der Kita angewendet. Von Peter Neier

"Die deutsche Sprache ist der Schlüssel für Integration. 'Rucksack' ist ein Mittel dafür. Wir freuen uns, so viele Akteure für das Projekt gewinnen zu können", sagt Burhan Cetinkaya, Dinslakens Integrationsbeauftragter. Ende Oktober ist das deutsch-türkische "Rucksack"-Programm erfolgreich im Awo-Familienzentrum an der Teerstraße in Lohberg mit zehn Müttern gestartet.

"Rucksack" ist ein Programm zur Sprachförderung und Elternbildung. Es wurde mit und für Eltern mit Migrationshintergrund entwickelt. Ziel ist es, zusammen mit den Eltern die Bedeutung der Sprachentwicklung und Sprachförderung ihrer Kinder zu erarbeiten. Die Eltern werden so unterstützt, die gesamte kindliche Entwicklung und den sicheren Gebrauch der Muttersprache ihrer Kinder zu fördern.

Genau an diesem Punkt wird der "Rucksack" geöffnet, wie Lothar Muschik von der Stadt Dinslaken, Geschäftsbereich Jugend und Soziales, erläutert: Darin befindet sich zweisprachiges Material wie Bücher, Spiele und vieles mehr. Eltern können die Materialien aus dem "Rucksack" gemeinsam zu Hause ausprobieren.

Die Themen greifen dabei immer die Lebenswelt der Kinder und Familien auf, wie "das Essen" oder "unsere Familie", ergänzt Nürgül Gülsen (Awo-Familienzentrum). Insgesamt sind es 15 Themen. "Durch gemeinsames Tun wie Kochen, Spielen, Basteln oder Lesen werden Sprachanlässe in der Muttersprache und Zusammenhalt geschaffen." Auch würden manche Ängste abgebaut. Gülsen: "Die Eltern bereichern sich gegenseitig. Erziehung als gemeinsames Familienleben im Alltag."

Grundlage des "Rucksack"-Programms ist die Erkenntnis, dass der Zweitsprachenerwerb eine gute Beherrschung der Muttersprache voraussetzt. Deswegen werden die Eltern in der Förderung ihrer Kinder in der Muttersprache gestärkt und gleichzeitig findet im Awo-Familienzentrum Teerstraße die Förderung in der Zweitsprache "Deutsch" statt. So wird beispielsweise ein bestimmtes Kinderbuch im Elternkurs zum Vorlesen zu Hause in der Muttersprache erarbeitet und dieses wird gleichzeitig auf Deutsch in der Kita gelesen, pädagogisch eingeführt und begleitet. "Wiederholung und Wiederkehr bieten die besten Voraussetzungen für gelungenes Lernen", so Muschik und Cetinkaya. "Es werden Kinderbücher, Reime und Lieder vorgestellt, die für die Kinder sowohl im Alltag zu Hause als auch in der Kita ständige Begleiter werden."

Die Elterngruppe von zehn Müttern wird durch Elternbegleiter angeleitet, die selbst Migrationshintergrund haben. Sie trifft sich über einen Zeitraum von einem knappen Jahr wöchentlich dienstags von 9 bis 11 Uhr im Awo-Familienzentrum Teerstraße. Die Teilnahme ist für die Eltern dank der Förderung durch die Stadt Dinslaken, den Integrationsrat und den Awo-Kreisverband Wesel kostenfrei.

"Es ist schön, die Kinder in beiden Sprachen zu fördern. Diese Möglichkeit wollen wir auch anderen Kitas in Dinslaken anbieten. Die Materialien sind kostenlos", so Burhan Cetinkaya. Interessierte wenden sich an den Integrationsbeauftragten: Telefon 02064 66595.

Quelle: RP
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