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Dinslaken/Hünxe
Ist Ablagerung in Hünxe eine Alternative

Dinslaken/Hünxe: Ist Ablagerung in Hünxe eine Alternative
Der Streit um die Erweiterung der Deponie in Wehofen geht unvermindert weiter. Die Gegner sehen alternative Möglichkeiten. FOTO: Heiko Kempken
Dinslaken/Hünxe. Deponie Wehofen: Thyssen Krupp und Gegner der Erweiterung legen Angebot der Firma Nottenkämper unterschiedlich aus. Die Unterlagen zur beantragten Erweiterung liegen noch bis zum 26. August öffentlich aus. Von Michael Turek

Gibt es eine Alternative zur Erweiterung der Deponie Wehofen? Die Gegner des Vorhabens des Stahlunternehmens Thyssen Krupp meinen ja. Und sehen sich in ihrer Ansicht durch die öffentlich ausgelegten zusätzlichen Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren bestärkt. Ganz anders werden diese allerdings von Thyssen Krupp interpretiert. Das Unternehmen sieht nach einer Abfrage bei anderen Deponien die Notwendigkeit belegt, für die Entsorgung von Schlacken aus seiner Stahlproduktion die Werksdeponie Wehofen um einen dritten Abschnitt zu erweitern.

Im Frühjahr hatte das Unternehmen mehrere Deponien angefragt, ob dort die Abfälle entsorgt werden könnten. Wie den nun ausgelegten und im Internet veröffentlichen Unterlagen zu entnehmen ist, haben nur zwei Deponien eine positive Antwort gegeben. Eine davon ist die Deponie "Eichenallee" der Firma Nottenkämper. Sie entsteht auf Hünxer Gebiet in Folge der dortigen Austonung. In Hünxe kann ein Großteil der anfallenden Abfälle aufgenommen werden. Der Rest, rund 12 000 Tonnen pro Jahr, könnte auf der Deponie "Plöger Steinbruch" in Velbert entsorgt werden.

Aus Sicht der Kritiker des Vorhabens sind die Unterlagen ein Beleg dafür, dass eine Alternative besteht. Somit sei die planrechtliche Grundlage für die Erweiterung nicht gegeben. Kritisiert wird, dass Thyssen Krupp auch die Entsorgung von Abfällen beantragt hat, die gar nicht bei der Herstellung von Stahl anfallen: Bau- und Bodenschutt. Hier wird vermutet, dass das Unternehmen diese Abfälle gegen ein Entgelt von anderen Firmen annehmen möchte.

Thyssen Krupp sieht dagegen weiterhin die beantragte Erweiterung als gerechtfertigt an. Denn trotz der Zusage der Firma Nottenkämper, die Entsorgungssicherheit der anfallenden Schlacken für zehn Jahre zu garantieren, gebe es noch viele Unwägbarkeiten.

Was passiere beispielsweise, wenn die Nachfrage nach Ton nachlasse und die Austonung reduziert oder gestoppt werde. Es bestehe dann keine Möglichkeit die Abfälle anzunehmen. Thyssen Krupp hätte somit keine Entsorgungssicherheit. Die Erweiterung sei auch nötig, weil Experten zum Ergebnis gekommen sind, dass Deponien kurz- und mittelfristig benötigt werden. Und bei deren Bedarfsanalyse ist nicht nur die Deponie "Eichenallee" sondern auch die Werksdeponie in Wehofen berücksichtigt.

Würde der dritte Abschnitt nicht genehmigt, entstehe eine Lücke, argumentiert Thyssen. Zum Bauschutt erklärte das Unternehmen, dass er in den Jahren 2012 bis 2014 überwiegend in den Duisburger Werken angefallen sei.

Die Unterlagen liegen noch bis zum 26. August im Technischen Rathaus, Hünxer Straße 81, aus. Sie sind auch im Internet (www.brd.de/bausteine/MTT_aktuelle_offenlagen_fortsetzung.html) sowie auf der Seite der Bürgerinitiative gegen Giftmüll (www.bigg-dinslaken.de) abrufbar. Einwendungen müssen bis 9. September eingereicht werden.

Quelle: RP
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