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Dinslaken
"Jamaika" gefährdet die Burghofbühne

Dinslaken. Die Pläne des mehrheitsfähigen "Jamaika-Bündnisses", die Mitgliedschaft des Kreises Wesel beim Landestheater Burghofbühne aufzukündigen und damit 292.000 Euro jährlich einzusparen, stoßen auf zunehmende Kritik. Von Ralf Kubbernuß

Selbst Dinslakener Grünen missfällt, was ihre Kreistagsfraktion gemeinsam mit CDU und VWG/FDP plant. "Ich finde das unmöglich", poltert Grünen-Ratsfrau Lilo Wallerich, selbst Mitglied im Förderverein des Landestheaters. "Hochnotpeinlich" ist es ihr, dass Grüne im Kreis Wesel die Schere derart hart bei der Kultur ansetzen wollen. "Gerade im Kinder- und Jugendbereich ist die präventive Arbeit der Burghofbühne besonders wertvoll. Angesichts der gesellschaftlichen Probleme, die wir haben, ist es absolut kontraproduktiv, hier zu sparen", findet Lilo Wallerich. Man wolle noch einmal Kontakt mit der Kreistagsfraktion aufnehmen, damit der Streichplan zurückgenommen wird. "Sonst zettel ich hier einen Aufstand an", droht Wallerich.

Andere Dinslakener Grüne sind zumindest verstimmt darüber, dass ihre Kreistagskollegen den Plan nicht mit dem Ortsverband vorbesprochen haben. Mehr wollen die Grünen am 2. Dezember klären: Zur öffentlichen Mitgliederversammlung hat sich Hubert Kück angekündigt, Grünen-Fraktionschef im Kreistag und Unterzeichner der Streichliste.

Das vom Jamaika-Bündnis angeführte Argument, die Landesregierung, die bereits rund die Hälfte des Burghofbühnen-Etats trägt, könnte sich hier noch stärker engagieren, scheint indes auch nicht auf fruchtbaren Boden zu fallen: "Das Land unterstützt gerne Dinge, die vor Ort auch geschätzt und unterstützt werden", berichtet SPD-Landtagsabgeordneter Norbert Meesters. Wenn der Kreis Wesel aber die Mitgliedschaft bei der Burghofbühne aufkündigt, könne davon jawohl keine Rede sein, eher das Gegenteil sei wohl der Fall. Auch Dinslakens Landtagsabgeordneter Stefan Zimkeit (SPD), finanzpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, kann da keine Hoffnung machen: "Der Kreis hat eine Mitverantwortung für die Kulturlandschaft auch in Dinslaken", betont er. Dass das Land oder die Stadt Dinslaken die Einschnitte ausgleichen könnten, hält Zimkeit für "ausgeschlossen". Das kleinste der vier Landestheater in Dinslaken werde im zuständigen Ministerium durchaus "als Perle" gewürdigt, berichtet Meesters. "Alleine mit dem Vorschlag, die Förderung einzustellen, gefährdet Jamaika im Kreistag diese kulturelle Perle", so der Landtagsabgeordnete.

Quelle: RP
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