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Rosenmontag in Dinslaken
Jeckes Treiben rund um die Wölle Pomp

Rosenmontag in Dinslaken: Jeckes Treiben rund um die Wölle Pomp
Treffpunkt Wölle Pomp: Die Nachbarschaft kam gestern wieder an der Pumpe in der Altstadt zusammen. FOTO: (2): Martin Büttner
Dinslaken. Traditionell trifft sich die Pumpennachbarschaft am Rosenmontag im Lokal "Zur Alten Apotheke", um dort gemeinsam dem karnevalistischen Treiben zu frönen. Zudem steht immer eine Amtsübergabe an. Von Florian Langhoff

Der Glockenklang, der um kurz vor 11 Uhr durch die Altstadt tönt ist kein Alarmsignal, das auf ein Feuer in einem der Häuser hinweist. Früher wäre es das wohl gewesen und die Nachbarn hätten sich zum Löschen des Brandes an der Wölle Pomp eingefunden. Die Pumpennachbarschaften, deren Geschichte sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, waren seinerzeit Notgemeinschaften für Ernstfälle, die sich rund um die Pumpen in der Stadt, die einzig verfügbaren Wasserquellen ereigneten. Heute ruft es die Nachbarn zum närrischen Treiben zusammen. Von den verschiedenen Pumpennachbarschaften in Dinslaken ist nur noch die der Wölle Pomp wirklich karnevalistisch aktiv - dafür aber richtig.

In bunten Kostümen treffen die jecken Nachbarn an der Pumpe in der Altstadt aufeinander: Hier trifft Matrose auf Clown und vor allem Nachbar auf Nachbar, auch wenn bei der Wölle Pomp-Nachbarschaft mittlerweile einige Mitglieder aktiv sind, die der Gemeinschaft wegen zum Verein gehören und nicht in unmittelbarer Nachbarschaft der Pumpe wohnen, die man in der Altstadt bewundern kann.

Die neue Rentmeisterin Maria Scherf mit Vorgänger Peter Sickelmann. FOTO: Büttner

Nach dem Zusammentreffen geht es für die Mitglieder der Nachbarschaft weiter in den Saal der Alten Apotheke, der extra für den Rosenmontag für die Nachbarn reserviert ist. Seit einigen Jahren hat die Nachbarschaft hier eine neue Heimat gefunden. Der Saal ist bereits mit der Flagge der Nachbarschaft geschmückt und auf die Nachbarn wartet hier ein buntes, karnevalistisches Programm. Ronny Schneider, selbst eine echte rheinische Frohnatur, stimmt - natürlich in kölscher Mundart - einige Stimmungslieder an und bringt damit die versammelten Nachbarn in Feierlaune. Die singen die teils bekannten Texte mit oder klatschen den Takt der jeweiligen Lieder. "Ich möchte heute mal etwas Neues mit euch ausprobieren", sagt Ronny Schneider und stimmt seine ganz eigene Interpretation des Stücks "Ich wör 'su jän ens Weihbischof" an, dessen Text er mit ausladenden Gesten untermalt und damit die versammelten Nachbarn zum Lachen bringt.

Rentmeister Peter Sickelmann stimmt für seine Nachbarschaft nicht nur ein Lied über ein halbes Hähnchen an, sondern hat auch positive Nachrichten für die Nachbarschaft parat. Denn während seiner Amtszeit als Rentmeister sind ein halbes Dutzend neue Mitglieder der Nachbarschaft beigetreten. "Ich bin stolz, eine Rentmeisterschaft zu haben, in der sechs neue Mitglieder in die Nachbarschaft eingetreten sind", sagt Sickelmann und rekrutiert dann gleich noch zwei weitere neue Mitglieder unter den Gästen in der "Alten Apotheke". Jubel bei den Nachbarn. Die werden dann auch noch von Kerstin Saddler-Sierp mit einem Lied unterhalten. Mit Gitarre in der Hand bringt die eine Hälfte des Comedy-Duos "Die Becker und Frau Sierp" die Apotheke zum Singen und Schunkeln.

Nachdem Klaus Lasse die jecken Nachbarn mit einigen Witzen erheitert hat, steht dann doch noch ein ernster Programmpunkt auf der Tagesordnung. Denn Peter Sickelmann scheidet, so lauten die Regeln bei der "Wölle Pomp"-Nachbarschaft nach einem Jahr aus seinem Amt aus und muss die Amtskette weitergeben. Diese legt er seiner bisherigen Stellvertreterin Maria Scherf um den Hals, die nun für ein Jahr das höchste Amt in der Nachbarschaft innehat. Zur ihrem Stellvertreter wurde Johannes "Hennes" Holtbrügge ernannt. Gemeinsam genießen die Nachbarn dann das gesellige Beisammensein im Saal der Alten Apotheke.

Quelle: RP
 
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