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Dinslaken
Kabarett-Infoabend mit Horst Schroth

Dinslaken. Der Kreisverband Wesel der GEW hatte geladen. Schroth gab Lehrer Laux. Von Bettina Schack

Er sprach am Samstagabend im Berufskolleg wohl so manchen seiner Kollegen aus dem Herzen. Lehrer Olaf Laux alias Horst Schroth brach eine Lanze für das seiner Überzeugung nach tatsächlich älteste Gewerbe der Welt, das Unterrichten, in einem "Infoabend" der besonderen Art. "Null Fehler" heißt das Programm des Hamburger Kabarettisten, in dem er in der Rolle des geplagten Paukers bleibt, der manchmal knorrig, manchmal unkonventionell, aber immer mit Herz und einem wachen Verstand das schulische Umfeld auf die Schüppe nimmt. Der Kreisverband Wesel der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte zu dem Themenabend geladen. Was keineswegs bedeutete, dass die Pädagogen unter sich blieben. Ein Drittel im trotz des DFB-Pokalfinales gut besuchten Forums des Berufskollegs Dinslaken waren Kabarettfreunde aus anderen Berufsgruppen. Schroth kennt sich aus als Lehrer Laux. Nicht nur mit den gängigen Vorurteilen, den sich ewig ändernden Richtlinien der Politik, die oft mehr Unruhe in den Schulalltag bringen, als dass sie Unterricht fördern würden. Schroth beherrscht das Vokabular. Er ruft die "Vergnügungsmeile" in den hinteren Reihen zur Räson, wenn im Saal zu laut gelacht wird, er teilt die Pausenaufsicht durch zwei Damen im Publikum ein. Die Lebensumstände des Herrn in der ersten Reihe, ausgerechnet ein frühpensionierter, geschiedener Lehrer mit seiner Lebensgefährtin, kennt man am Ende des Abends fast so gut wie Laux selbst. Der lernte als 68er in der WG seine Marianne (Englisch, Erdkunde) kennen, widerstand den Versuchungen der schönen Tanja aus der Klasse 12. Und stellte, obwohl über die Jahre konservativ geworden mit dem Rollenspiel über Politik, alternative Kultur und Flüchtlingsproblematik ein herrlich anarchisches Chaos an. In dieser inszenierten, und natürlich auf Youtube hochgeladenen, Podiumsdiskussion meinte nämlich eine der Schülerinnen, als Femen-Aktivistin auf den Tisch zu springen. Da bedurfte es der Diplomatie der Direktorin, dass Laux nicht von den rotierenden "Helikopter-Eltern" in ihren städtischen Geländewagen gelyncht wird.

Aber wo sonst als in der Schule sollen Kinder Demokratie lernen, fragt Schroth, wo sonst soziale Kompetenz und Dialogfähigkeit: "Die Schule ist nicht die Vorbereitung auf das Leben, sie ist das Leben". Das Land braucht Pädagogen - und Lehrer wie Laux. Applaus der Zuschauer im Saal.

Quelle: RP
 
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