| 00.00 Uhr

Voerde
Käse, Eier und Gemüse vom Hof im Dorf

Voerde: Käse, Eier und Gemüse vom Hof im Dorf
Christian Hülsermann führt den Tinthof in Spellen in zweiter Generation. Frisch gewonnene Milch verarbeitet er direkt auf dem Hof zu Rohmilchkäse weiter. Hier zeigt er einen Laib Käse im Reiferaum. FOTO: Martin Büttner
  • Geschichte Im Jahre 1336 wird der Tinthof bereits als Lehen des Quiriniusklosters in Neuss erwähnt. Seit 1816 ist der Hof im Besitz der Familie Hülsermann. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.tinthof.de Öffnungszeiten Der Hofladen öffnet Montag und Donnerstag jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 19 Uhr. Außerdem am Samstag von 9 bis 12 Uhr. Neben den hofeigenen Erzeugnissen (Eier, Milchprodukte, Gemüse und Rindfleisch) gibt es auch weitere Bio- und Demeterprodukte zu kaufen.
  • Bauernmarkt Jeden Freitag ist der Tinthof von 14 bis 18 Uhr mit einem eigenen Stand auf dem Spellener Bauernmarkt vertreten.

Von Florian Langhoff

Alles begann 1990 mit der Idee von Maria Hülsermann, aus der Milch der hofeigenen Kühe Käse für den Hausgebrauch herzustellen. "Erst war es ein kleiner Eimer", erinnert sich ihr Ehemann Heinz Hülsermann. So begann auf dem Spellener Tinthof die eigene Käseproduktion. Und immer wieder kamen Gäste, die sich auch ein Stück Käse mitnahmen und den dann auch für Zuhause wollten. So kamen erst immer mehr Eimer dazu und schließlich ein Kessel für die Käseerstellung. "Spätestens, als wir einen Stand auf dem Spellener Bauernmarkt hatten, waren größere Mengen gefragt", erklärt Heinz Hülsermann.

Mittlerweile sind es sein Sohn Christian und dessen Ehefrau Heike, die den Bauernhof führen und sich damit auch um die Käseherstellung kümmern. Dabei wird die frisch gewonnene Milch sofort zu Rohmilchkäse verarbeitet. Der kommt dann, ohne Zusatzstoffe, für einen Tag in ein Salzbad und schließlich wird der Käse im Reiferaum täglich gepflegt. Rund 30 unterschiedliche Sorten, je nach Saison und Reifungsprozess, gibt es hier mittlerweile zu kaufen. Vom reinen Rohmilchkäse, über mit Kräutern versehene Sorten bis hin zu den affinierten Käsespezialitäten. Die werden dann statt mit Salzwasser mit Rotwein abgerieben oder mit Bier, das vom Brauprojekt 777 nur einige Hundert Meter Luftlinie entfernt hergestellt wird.

Dabei verzichtet Familie Hülsermann bei der Herstellung auf Zusatz-, Farb- und Konservierungsstoffe, so dass auch die Rinde des Käses mitgegessen werden kann. "Die ist manchmal sogar das Leckerste daran", sagt Hofmitarbeiterin Sabine Pelz, die im Hofladen hinter der Theke steht. Außerdem wird die Rohmilch für den Käse während der Herstellung nie über 40 Grad erhitzt. So bleibt die ursprüngliche Flora erhalten und der Käse erhält ein ganz besonderes Aroma.

Neben dem hauseigenen Käse stehen auch andere Milchprodukte zum Verkauf, die aus der Milch der 40 Kühe des Hofes hergestellt werden. Joghurt, Frischkäse, Quark und Vollmilch sind stets frisch im Laden zu bekommen. Letztere können sich die Kunden sogar selbst zapfen, wenn der Laden geschlossen ist. Zudem gibt es Eier von den Hühnern des Tinthofs zu kaufen. Die leben im "Hühnermobil", einem mobilen Hühnerstall, der den Hennen nicht nur genügend Platz bietet, sondern auch die Möglichkeit, auf die Wiese nach draußen zu gehen. Die Eier gibt es immer frisch auf dem Hof. Auch hier steht eine "Eierkiste" außerhalb der Ladenöffnungszeiten zur Verfügung, so dass sich die Kunden selbst bedienen können.

Seit dem Frühjahr ist auf dem Tinthof auch noch ein Gewächshaus dazugekommen, dass sich hinten auf dem Hofgelände befindet. Unter einer Folie wachsen hier Salat, Kohl, Paprika und diverse Kräuter - und das auf Boden, der noch nicht gedüngt wurde. "Das war vorher eine Grasnarbe. Der Boden hat hier noch jede Menge Nährstoffe, von denen die Pflanzen zehren können", erklärt Heinz Hülsermann. Wenn dann irgendwann mal gedüngt wird, dann allerdings nur mit Kompost.

Denn auf dem Tinthof arbeitet man nach den anspruchsvollen Richtlinien der Demeter-Landwirtschaft. Während man Bio- oder Ökoprodukte heutzutage schon in fast jedem Supermarkt bekommen kann, gehen die Richtlinien der Demeter-Betriebe in vielen Punkten noch um einiges weiter, als die Vorschriften, die für Bioprodukte gelten. So wird zum Beispiel das Futter für die Kühe fast ausschließlich auf dem Hof selbst produziert. Und Christian Hülsermann hat auf den Weiden für die Kühe einige Kräuter angepflanzt, um ihnen eine abwechslungsreiche, natürliche Ernährung bieten zu können.

Dabei können die Kunden auf dem Tinthof bei Führungen direkt Einblick in die Arbeit auf dem Hof in Spellen nehmen. Denn die Familie Hülsermann bietet auch Betriebsbesichtigungen mit Führung durch die Käserei an - auf Wunsch auch mit Frühstück oder Kaffee und Kuchen auf dem Bauernhof im Rheindorf.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Voerde: Käse, Eier und Gemüse vom Hof im Dorf


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.