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Dinslaken
Kammerorchester spielt filmreif

Dinslaken: Kammerorchester spielt filmreif
Unter der Leitung von Sebastian Rakow brachte das Dinslakener Kammerorchester schöne und bekannte Filmmelodien zum Klingen. FOTO: Christoph Karl Banski
Dinslaken. Dinslakener Musiker präsentieren bekannte Melodien aus cineastischen Highlights. Von Susanne Gerstenberg

"Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was drin ist." Haben Sie erkannt, aus welchem Film dieser Satz ist? Richtig: Forrest Gump. Diese Suite und viele andere Stücke präsentierte das Dinslakener Kammerorchester am Sonntagabend in der Aula des Otto-Hahn Gymnasiums. Unter Leitung von Sebastian Rakow trugen die Musiker das Publikum durch die Welt der Filmmusik, angefangen bei "Täglich grüßt das Murmeltier" bis hin zu "Titanic". Werke hochrangiger zeitgenössischer Komponisten wie John Williams beeindruckten in der Orchesterfassung in dem fast dreistündigen Konzert ebenso wie Melodien von Wolfgang Amadeus Mozart.

Abwechslungsreich gestaltete sich das Programm. Die fragilen, fast bizarren Töne aus dem Film "Schindlers Liste", gespielt von dem Solisten Michael Godhoff auf der Violine, waren sicher einer der Höhepunkte des Abends. Der mittlerweile 60- jährige Musiker aus Dinslaken betonte in einer kurzen Ansprache, "es sei eine große Ehre für ihn, heute spielen zu dürfen". Damals sei er als zehnjähriger Schüler bei der Einweihung der Aula dabei gewesen, heute spiele er hier als Solist. Und wie sehr Musik mit Gefühlen verbunden ist, sie verstärkt und trägt, wird in den "Three pieces from Schindlers Liste" besonders deutlich. Im zweiten Satz sorgen Violine, Pauke und Harfe für Gegensätze. Dissonanzen unterstreichen wie düstere Vorahnungen das Bild der Tragödie, das in dem Zuhörer entsteht - gleich, ob er den Film gesehen hat oder nicht. Godhoff spielt die anspruchsvollen Stücke mit großer Virtuosität.

Dirigent Rakow führt mit kurzen Anmerkungen zu jeder Komposition durch den Abend. Jeder kennt das Lied "Moonriver" aus "Frühstück bei Tiffany's" und man möchte die sanfte Melodie beinahe mitsummen. Unbekannter sind die Stücke aus "Der Pate" oder "The lost world", dem zweiten Teil von "Jurassic Park". Bläser und Pauke erzeugen Spannung, es ist ein rasantes Stück, das dem Orchester begeisterte Pfiffe aus dem Publikum einbringt. Als weitere Solisten treten Gerhard Friedrich (Klarinette) in einem Adagio von Mozart und Imke Alers (Oboe) auf. Rakow bittet die Besucher, die Oboe nicht zu zerbrechen wie der Eingeborene in dem Film "The mission", was allgemeines Schmunzeln im Saal hervorruft. Alers überzeugt auch in ihrer zweiten Darbietung "Oblivion" von dem italienischen Komponisten Astor Piazzolla als Solistin.

Die Zuhörer erleben die ganze Bandbreite der bewegenden Filmmusik. Schlagzeug und Bläser sorgen für Dramatik und am Ende fordert das Publikum mit viel Applaus eine Zugabe ein.

Quelle: RP
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