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Dinslaken/Njombe
Karibu Tanzania - Willkommen in Tansania

Dinslaken/Njombe: Karibu Tanzania - Willkommen in Tansania
Blick über Njombe FOTO: Johanna Stein
Dinslaken/Njombe. Johanna Stein ist 18 Jahre alt, kommt aus Dinslaken und absolviert zurzeit einen einjährigen Freiwilligendienst in Tansania. Für die Rheinische Post berichtet sie ab jetzt regelmäßig von ihren Erlebnissen. Von Johanna Stein

Vor ein paar Wochen landete unser Flieger in Dar es Salaam, der größten Stadt Tansanias, die an der Küste liegt. Dort bekam ich gemeinsam mit den anderen Freiwilligen meiner Entsendeorganisation (Deutsch-Tansanische-Partnerschaft e.V.) eine Einführung in die Kultur, Sprache und das Leben in Tansania. Zu unserem Programm gehörten ein kurzer dreitägiger Kiswahili-Sprachkurs bei einem tansanischen Lehrer, eine Stadtrallye, ein Besuch bei TAREA, dem tansanischen Dachverband für erneuerbare Energien, die einen Großteil unserer Arbeit hier prägen und auch ein Besuch bei der deutschen Botschaft. In der Woche konnten wir schon einige Eindrücke sammeln. Im Stadtzentrum war es heiß, staubig, und es wimmelte von Menschen. Es gab viele Verkaufsstände und einen großen Markt, wo wir frische Früchte kaufen und uns das erste Mal im Verhandeln auf Kiswahili probieren konnten, was uns allen sehr viel Spaß bereitet hat. Ganz im Gegenteil zu Dar es Salaam steht mein Einsatzort, in dem ich nun ein Jahr leben und arbeiten werde. Njombe ist eine Kleinstadt mit ungefähr 50.000 Einwohnern, die in den Southern Highlands Tansanias, auf etwa 1800 Metern über dem Meeresspiegel liegt. Man sagte uns vorher, dass es dort kühler sei, aber dass wir morgens in dicker Jacke und Schal unseren Arbeitsweg durch die hügelige Landschaft bestreiten müssen. Damit hatten meine Mitfreiwillige Marina und ich, nicht gerechnet. Doch das kühle Klima hier, das im Übrigen sehr an Deutschland erinnert, hat einige Vorteile: Es wird sehr viel Landwirtschaft betrieben, da der Boden im Vergleich zu anderen Regionen nicht ganz so trocken ist. So sieht man viele Felder, vor allem in den Tälern, auf denen unter anderem Kartoffeln, Mais oder andere Gemüsearten angebaut werden. Außerdem werden sehr weitläufige Pinienwälder angepflanzt, die der Region von großem wirtschaftlichen Nutzen sind. Die ortsansässige Schreinerei haben wir auch schon besucht.

SECO (Sustainable Environmental Conservation Organisation), die tansanische Organisation bei der ich arbeite, versucht in ihren Projekten die Landwirtschaft und die Kleinbauern in der Region zu unterstützen. So konnte auch ein neues Projekt in einem Dorf nahe Iringa, einer Stadt, die vier Stunden von Njombe entfernt liegt, an den Start gehen. Dort werden in Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft drei neue Brunnen gebaut, um mehr Gemüseanbau zu ermöglichen. Dort ist der Boden schon um einiges trockener und es ist schwieriger die Felder erfolgreich zu bestellen. Die Pumpen der Brunnen, sollen mit Solarpaneelen betrieben werden, damit die Menschen unabhängig vom mehr oder weniger stabilen Stromnetzwerk, jederzeit auf das Wasser zugreifen können und auch die Nachhaltigkeit gesichert ist.

Johanna Stein ist für ein Jahr in Tansania und schreibt für die RP. FOTO: Büttner

Neben meiner Arbeit, gefällt mir auch das Leben hier sehr gut. Ich wohne bei einer Gastfamilie, habe eine kleine dreijährige Gastschwester und kann auch aktiv am Familienleben teilnehmen. Man wird hier mit einer sehr großen Gastfreundschaft begrüßt, und es hat mich sehr gefreut, dass meine Gastfamilie genauso wie ich der Meinung ist, dass beide Seiten von unserem Kulturaustausch profitieren können.

Die Menschen gehen hier sehr offen auf mich zu, auf der Straße oder auf dem Markt werde ich oft angesprochen. Auch wenn ich mich mal zwischen den vielen Hügeln verlaufe, wird mir meist sehr herzlich weitergeholfen und der Weg erklärt. Ich versuche auch mein Bestmögliches, um mich hier zu integrieren. Leider ist dabei immer noch die Sprachbarriere ein großes Problem, da mein Kiswahili noch lange nicht gut genug ist, um komplette Gespräche zu führen. Ich hoffe aber, dass diese sich mit der Zeit überwinden lässt. Besonders beim gemeinsamen Spielen mit der Gastschwester lerne ich neue Vokabeln besonders schnell.

Ich bin gespannt, wie es in den nächsten Wochen weitergeht und was noch alles auf mich zukommt.

(Tansania)
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