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Landtagswahl 2017
Katerstimmung trotz Einzug in den Landtag

Landtagswahl 2017: Katerstimmung trotz Einzug in den Landtag
Links: Jubel bei der CDU mit Frank Heidenreich, Rainer Enzweiler und Volker Mosblech (von links). Rechts: Autsch - das ging daneben. Von links: Mahmut Özdemir, Jörg Lorenz und Frank Börner. FOTO: Christoph Reichwein
Dinslaken. Die SPD holt in Duisburg alle Direktmandate, verliert aber viele Stimmen. Bis 22 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 56,6 Prozent. Von Hildegard Chudobba

Um 18 Uhr brauten sich über dem Rathaus am Burgplatz dunkle Wolken , und das vor allem im übertragenen Sinne. Denn mit Schließung der Wahllokale verfolgten dort die geladenen Gäste aus Kommunalpolitik und Verwaltung die ersten Prognosen auf den Leinwänden - und die vielen Sozialdemokraten unter ihnen waren entsetzt - weil

  • sie nicht mehr die Ministerpräsidentin stellen
  • weil die AfD die Hürde ins Parlament deutlich geschafft hat
  • und weil das Duisburger Ergebnis ernüchternd ausfiel.

Da konnte selbst die Tatsache kaum trösten, dass sie alle vier Direktmandate geholt hatten. Denn sie kamen nicht mal mehr annähernd an ihre Ergebnisse aus 2012 heran, verloren sogar noch deutlich mehr als auf Landesebene. Der bekannteste unter ihnen, Ralf Jäger (Wahlkreis Meiderich/Mitte), musste sich diesmal mit knapp 41 Prozent zufriedengeben, 2012 waren es mehr als 58 Prozent. Einen Absturz gab es für seinen Parteifreund Frank Börner im Duisburger Norden, der vor fünf Jahren mit 59 Prozent das beste Erststimmenergebniss der vier geholt hatte. Diesmal waren es nur noch rund 42 Prozent. Im Süden blieb Sarah Philipp gestern gar unter 40 Prozent (mehr als 52), im Westen ihr Parteifreund Bischoff bei unter 44 Prozent (fast 54). Deutlich auch die Negativentwicklung bei den Zweitstimmen: Vor fünf Jahren kam die SPD im Süd-Wahlkreis noch auf 49,4 Prozent (gestern 36), im Westen auf 53,6 (39), in der Mitte auf 52,3 Prozent (37) und im Norden 55,4 (39).

Bei der CDU war der Jubel über den Laschet-Sieg groß, doch beim Blick auf die lokalen Zahlen tropfte dann doch Wasser in den Wein. Alle vier Kandidaten holten mehr Prozente als vor fünf Jahren. Aber an die SPD kamen sie nicht heran, also nur ein Achtungserfolg. Im Süden kam die CDU bei den Zweitstimmen auf rund 26 Prozent (2012: 18,6), im Westen auf fast 24 (16,4), in der Mitte auf rund 21 (14,3) und im Norden auf gut 20 Prozent (15,4).

Jubeln ohne Abstriche hingegen konnten die Liberalen. Die FDP konnte ihr Ergebnis nahezu verdoppeln. Sie holte vor fünf Jahren bei den Zweitstimmen nur 4,9 Prozent, bei den Erststimmen 2,6 (Westen und Nord), 3,2 (Mitte) bzw. 3,5 Prozent (Süden). Verhaltene Freude bei den Linken, die zwar bei Erst- und Zweitstimmen zulegten, aber dennoch nicht in den Landtag einzogen. Den Grünen in Duisburg gingen die Wähler in Scharen verloren. Sie erlebte einen Absturz.

Egal ob schwarz, rot, gelb oder grün - mit Sorgen schauten die hiesigen Demokraten gestern auf den Schub, den die AfD in Duisburg bekommen hat. Mit über zehn Prozent (Erststimmen) bzw. elf Prozent (Zweitstimmen) wurde sie auf Anhieb zweistellig. In einigen Wahllokalen schafften es die Rechtspopulisten sogar auf mehr als 25 Prozent. Vor allem im Norden und Westen zeigten die Wähler dadurch ihre Unzufriedenheit.

Alle Wahlergebnisse sehen Sie hier

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Quelle: RP
 
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