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Dinslaken
Kathrin-Türks-Halle dicht - und was dann?

Dinslaken: Kathrin-Türks-Halle dicht - und was dann?
Die Zentralwerkstatt mit der dahinter liegenden Kohlemischhalle auf dem ehemaligen Zechengelände war Veranstaltungsort der Ruhrtriennale. Eignen sie sich als Übergangslösung? FOTO: Büttner, Martin (m-b)
Dinslaken. Die Dinslakener Stadthalle wird wegen der vom TÜV festgestellten erheblichen Brandschutzmängel am Ende des Jahres geschlossen. Die Politik wartet auf Vorschläge der Verwaltung, wie es weitergehen soll. Von Jörg Werner

Auch wenn er wusste, wie marode die Halle ist, dass sie nun so schnell geschlossen werden muss, hat SPD-Fraktionschef Jürgen Buchmann dann doch überrascht, wie er gestern der RP sagte. "Jetzt ist Fantasie gefragt, um mögliche Übergangslösungen zu finden", fordert der Sozialdemokrat. Neben dem von der Verwaltung bereits ins Spiel gebrachten Tribünenhaus der Trabrennbahn hält Buchmann auch die Zentralwerkstatt der ehemaligen Zeche Lohberg als Übergangsspielort für denkbar. Dort und in der Kohlenmischhalle fand in diesem Jahr bekanntlich die Eröffnung der Ruhrtriennale statt. Dabei, so Buchmann, hätte sich doch gezeigt, dass dort größere Veranstaltungen reibungslos über die Bühne gehen könnten. Sollte das Tribünenhaus künftig genutzt werden, hält Buchmann es für wichtig, dass rechtzeitig mit den Anliegern des Wohnviertels am Bärenkamp gesprochen wird.

Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Heinz Wansing ist die Schließung der Halle, die bis Mitte 2018 dauern soll, ein "erheblicher Einschnitt im gesellschaftlichen Leben unserer Stadt". Er geht nicht davon aus, dass sich das Tribünenhaus für alle Veranstaltungen eignet. Skeptisch sieht er eine Nutzung der Gebäude auf dem ehemaligen Zechengelände. "Das wird nicht ohne erhebliche Umbauten möglich sein", sagte Wansing. Die aber seien nur zu rechtfertigen, wenn dort dauerhaft eine Spielstätte geschaffen würde. "Die CDU hat aber immer betont, dass die Kathrin-Türks-Halle der zentrale Veranstaltungsort in Dinslaken bleiben soll. Dann können wir keine konkurrierende Spielstätte in Lohberg wollen", erklärte er.

"Die unendliche Geschichte um die Sanierung der Stadthalle ist ein Trauerspiel", befand der Fraktionschef der Unabhängigen Bürgervertretung (UBV), Heinz Brücker. Angesichts der Tatsache, wie intensiv die Verwaltung die Planungen für einen neuen Betriebshof für den DIN-Service oder ein neues Technisches Rathaus vorangetrieben habe, so Brücker, frage er sich schon, ob da die Prioritäten richtig gesetzt worden seien. "Ich gehe davon aus, dass die Verwaltung der Politik nun kurzfristig Vorschläge für Übergangslösungen präsentieren wird", sagte Brücker. Das erwartet auch Lilo Wallerich, Fraktionssprecherin der Grünen. Das Tribünenhaus hält sie für eine gute Möglichkeit. Natürlich müssten aber auch weitere mögliche Veranstaltungsorte überprüft werden. Die Linke treibt eine ganz andere Sorge um, wie ihr Fraktionssprecher Gerd Baßfeld sagte. "Was ist, wenn die Stadt in die Haushaltssicherung gerät, kann die Halle dann überhaupt noch saniert werden?"

Quelle: RP
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