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Dinslaken
KDG-Schüler kochen mit Tim Mälzer

Dinslaken. Der Hamburger TV-Koch hat neue Übungsküche des Duden-Gymnasiums, die die Schule gewonnen hat, "eingeweiht". Von Klaus Nikolei

Um Punkt 6 Uhr hat bei Tim Mälzer ("Schmeckt nicht, gibt's nicht") in Hamburg der Wecker geklingelt. Am liebsten wäre der vielbeschäftigte TV-Koch an seinem freien Tag einfach mal länger im Bett geblieben. Dass er es nicht tut, hängt mit dem Termin zusammen, den er am Vormittag im Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel hat. Dort wollte er eigentlich schon vor mehr als einem Jahr die neue Übungsküche "einweihen", die das Gymnasium beim In-Form-Wettbewerb "Klasse, Kochen" Mitte 2013 gewonnen hat. Doch erst jetzt hat er die nötige Zeit gefunden.

Nach lockerer Fragerunde mit 400 Schülern in der Aula, Autogrammstunde und zahllosen Selfies steht Mälzer - umringt von Fotografen, Kameraleuten und Reportern - in blütenweißer Kochjacke und lässiger Jeans in der schmucken Übungsküche und tut, was er am besten kann: Kochen und viel und schnell reden. Über gesunde und ausgewogene Ernährung beispielsweise. Dass Eltern Vorbild sein müssen. Und über die Lust, Speisen aus frischen Zutaten zuzubereiten.

Rezepte, nein, die hat er nicht dabei. Aber er berät die zehn glücklichen Schüler, die ausgelost wurden, um mit dem "Küchenbullen" in drei Gruppen jeweils ein Drei-Gänge-Menü zu zaubern. "Die Vorgabe für jede Gruppe war, für 20 Euro etwas einzukaufen, dass wir dann zubereiten", sagt Tim Mälzer und schaut Hanna te Uhle (11) über die Schulter, die Kartoffel in Würfel schneidet. "Sagenhaft, was Hanna für 20 Euro alles eingekauft hat", staunt Mälzer. Unter anderem Bratenfleisch, Möhren, Paprika, Lauch, Rosen- und Blumenkohl. Kartoffeln und Lauch bilden die Grundlage für eine Kartoffelcremesuppe. Nele Sadlo (17), die mit Freundinnen immer wieder Montagsmittags in der Übungsküche am Herd steht, hat das Gemüse angeschwitzt und passt gleichzeitig auf, dass das Gulasch nicht ansetzt. "Beim Schmoren ist wichtig", sagt Tim Mälzer, "dass das Fleisch scharf angebraten wird. Dann Gemüse dazu, Flüssigkeit rein, die Temperatur runterdrehen, so dass es nur leicht blubbert. So, jetzt kannst Du Dich entspannt aufs Sofa legen und am Ende abschmecken." Nele lächelt.

Ihr Gegenüber steht Lucas Peter Mervyn (12). Er schält Möhren, putzt Rosenkohl. "Magst Du Rosenkohl?" Lucas nickt. "Ich liebe Rosenkohl." - "Und ich habe früher Rosenkohl gehasst, weil meine Oma den viel zu lange gekocht hat. Der schmeckte wie ein Furz." Und dann zeigt er dem Trio, wie Rosenkohl delikat schmeckt: Äußere Schalen weg und dann die Köhlchen auseinanderfummeln. Keine Frage: Tim Mälzer kann's gut mit Kindern. Die lernen nicht nur einiges von ihm, sondern er auch von ihnen. "Beispielsweise, dass man Nudeln auch in kaltem Wasser aufsetzen kann, ohne Geschmacksverlust."

Wirklich viel Zeit für Gespräche nebenbei hat Mälzer nicht. Da bittet er um Verständnis. Schließlich geht's um die Schüler. Und die stellen ihn vor ein Problem. Welches Gericht kann man aus Mandeln, Quark, Orangen, Schokolade und vier dicken Möhren machen? "Okay: Die Möhren tun wir weg. Wir organisieren uns drei Eier, verrühren diese mit Mehl und Quark, backen einen Pfannkuchen und machen daraus Kaiserschmarrn mit marinierten Orangen." Einfach und genial. Der Mann ist halt ein Profi.

Quelle: RP
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