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Dinslaken
Kein Verständnis für höhere Gebühren

Dinslaken: Kein Verständnis für höhere Gebühren
Bei schönem Wetter bietet Josef Lueg, Inhaber des Café Lueg an der Duisburger Straße, seinen Kunden seine süßen Spezialitäten und mehr im Straßencafé vor dem Geschäft an. Von einer Gebührenerhöhung, die dieses teurer machen würde, hält der Konditormeister nichts. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Die geplante Erhöhung der Sondernutzungsgebühren stößt bei Einzelhändlern und Gastronomen in der Altstadt und an der Neustraße auf wenig Verständnis - gerade weil sie zu einem Zeitpunkt kommt, wo sie ohnehin gebeutelt sind. Von Florian Langhoff

Wenn das Wetter schön ist, ist die Außengastronomie des Café Lueg an der evangelischen Stadtkirche ein besonderer Blickfang in der Innenstadt. Hier nehmen die Kunden auf hochwertigen Holzmöbeln Platz und genießen neben dem Wetter die Spezialitäten des Konditoreibetriebes. Für die jetzt geplante Erhöhung der Sondernutzungsgebühren, die diese Außengastronomie verteuern würde, hat Geschäftsinhaber Josef Lueg kein Verständnis. "Ich bin nicht begeistert", formuliert er. "Es ist schon eine kostspielige Aufgabe, ein Straßencafé attraktiv zu gestalten und durch solche Zusatzbelastungen wird es immer schwieriger, kostendeckend zu arbeiten", erklärt er. Die Erhöhung der Gebühren sei für alle Gastronomen in der Stadt eine Belastung. "Das sollten sich die Verantwortlichen noch mal überlegen. Diese Gebührenerhöhung bringt Dinslaken nicht nach vorne", erklärt Josef Lueg.

Auch vor dem Eiscafé Pieruz nehmen die Kunden an schönen Tagen gerne auf beiden Seiten der Neustraße Platz, um ihr Eis oder ihren Kaffee zu genießen. Inhaber Arli Pieruz sieht die Erhöhung der Sondernutzungsgebühren mit gemischten Gefühlen. "Ich bin schon etwas verärgert", gibt der Gastronom zu. "Man kann es auf der einen Seite verstehen, dass nach 20 Jahren diese Gebühren angehoben werden. Aber ich halte den Zeitpunkt für ganz falsch gewählt", erklärt er. Gerade die Gastronomen sähen sich in der vergangenen Zeit mit immer neuen Gesetzen und Verordnungen vor neue Herausforderungen gestellt. So hätte zum Beispiel schon die Gestaltungssatzung dafür gesorgt, dass im Eiscafé einige Investitionen nötig wurden. "Da hätte man mit der Anhebung der Gebühren zumindest noch ein oder zwei Jahre warten können", sagt Arli Pieruz. "So kommt jetzt alles auf einmal."

Gleich nebenan nutzt auch die Buchhandlung Thalia den öffentlichen Raum auf der Neustraße. Auf Warentischen vor dem Geschäft finden sich Sonderangebote, die für viele Kunden ein Blickfang sind und auch Kundschaft ins Geschäft bringen. Auch dafür würden in Zukunft höhere Gebühren fällig. Thomas Staudinger, Filialleiter der Buchhandlung, ist wenig begeistert von diesen Plänen. "Das ist ein Unding und ich halte überhaupt nichts davon", erklärt er. "Die nächste Steigerung wäre, für den Besuch der Neustraße Eintritt zu verlangen."

Gerade zu einem Zeitpunkt, wo die Einzelhändler mit den Baumaßnahmen rund um die Innenstadt und einer Erhöhung der Parkgebühren schon einiges zu verkraften haben, sieht Staudinger in einer zusätzlichen Mehrbelastung der Gewerbetreibenden das falsche Signal. Vor allem bezweifelt er die positiven Auswirkungen auf das Stadtsäckel. "Das Geld, dass dadurch mehr eingenommen wird, hilft auch nicht, die Haushaltslöcher zu stopfen", sagt der Filialleiter der Buchhandlung. Es sei doch wohl nicht von der Hand zu weisen, dass die 11.000 Euro Mehreinnahmen, mit denen die Verwaltung rechnet, im Vergleich zu einem millionenschweren Haushaltsloch, eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirken. "Vielleicht sollte man bei der Stadt eher auf der Ausgabenseite sparen. Ich sehe da durchaus Potenzial", erklärt der Thalia-Filialleiter. Auf Zustimmung von Gastronomen und Einzelhändlern können Politik und Verwaltung also nicht hoffen.

Quelle: RP
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