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Voerde
Keramik-Kunst und ein wilder Garten

Voerde. Künstlerin Cornelia Fabricius hatte in ihren Garten in Mehrum zur besonderen Ausstellung geladen. Von Florian Langhoff

Obwohl die Sonne sich nur gelegentlich ihren Weg durch die Wolken bahnt und ein kühler Wind zwischen den Bäumen hindurchweht, tummeln sich im Garten von Künstlerin Cornelia Fabricius gut zwei Dutzend Gäste. Seit mehr als zehn Jahren lädt die Künstlerin jährlich in ihren Garten im Rheindorf Mehrum ein. Hier finden die Besucher auf dem ganzen Areal verteilt kleine und größere Kunstobjekte aus Keramik. Kleinode, die den Betrachter in andere Welten entführen.

"Ich bin überrascht und freue mich sehr, dass trotz der Witterung so viele Besucher gekommen sind", erklärt Cornelia Fabricius. Doch die Kunstausstellung in ihrem Garten hat sich über die Zeit zu einer Institution entwickelt. Und die ist eigentlich auch wetterunabhängig, selbst wenn die Kunstwerke draußen stehen.

Eine überdachte Terrasse bietet den Besuchern Platz. "Wenn es geregnet hätte, hätte ich auch noch einen Pavillon aufgebaut", erzählt die Künstlerin.

Von der Gartenpforte aus können die Besucher auf eine kleine Entdeckungstour durch den Garten gehen. Direkt am Eingang nimmt eine Gruppe von Möwen aus Keramik die Besucher in Empfang. Verziert mit Krebsen und in einem Fall sogar mit einer Meerjungfrau auf dem Rücken, lassen die Vögel zumindest ein bisschen Urlaubsstimmung aufkommen. Weiter geht es über einen schmalen Weg in den Garten. Dieser ist gesäumt von Beeten, in denen sich weitere Kunstobjekte finden: Geschlossene Blüten in unterschiedlichen Farben ragen aus den echten Pflanzen hinaus. Mit floralen Mustern verzierte Kugeln, auf denen sich "der kleine Prinz", die Hauptfigur aus dem gleichnamigen Roman des Autors Antoine de Saint-Exupéry findet. Zumindest sieht es so aus.

In einer Ecke des Gartens finden sich aus Keramik geformte Häuser, die ebenfalls bunt gestaltet sind. Die Namenszettel, die sich an den aus Ton geformten Bauwerken befinden, weisen darauf hin, dass es sich hier um Arbeiten der Teilnehmer der Kurse handelt, die Cornelia Fabricius regelmäßig gibt.

"Ich mache den Kursteilnehmern keine Vorgaben. Die Ideen entwickeln sich in den Kursen. Die Teilnehmer sagen mir, was sie machen möchten und ich helfe ihnen dann, ihre Ideen umzusetzen", erklärt Cornelia Fabricius. Die Objekte der Kursteilnehmer sind auch die einzigen, die man bei der Ausstellung im "wilden Garten" nicht käuflich erwerben kann. "Sie könnten durchaus ihre Werke verkaufen, aber sie wollen das nicht", erklärt die Künstlerin. Gut genug wären viele der Kunstwerke dafür. "Die Kursteilnehmer werden von Jahr zu Jahr immer besser", findet auch Cornelia Fabricius.

Neben dem Erlebnis zwischen Natur und Kunst wird den Besuchern hier aber auch noch ein gemütliches Beisammensein mit Kaffee und Kuchen geboten. So kann man leicht einen schönen Nachmittag im "wilden Garten" verbringen. "Machen Sie das nächstes Jahr wieder?" fragt eine Besucherin, die sich aus dem Garten verabschiedet die Gastgeberin. "Ich gehe fest davon aus", sagt Cornelia Fabricius. Vielleicht wird dann auch das Wetter wieder sonniger und wärmer für eine Kunstexpedition jenseits der Gartenpforte.

Quelle: RP
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