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Dinslaken
Kiesanlage fällt sechs Monate lang aus

Dinslaken: Kiesanlage fällt sechs Monate lang aus
Das Kieswerk in Bislich nach dem Brand . FOTO: Latzel
Dinslaken. Nach dem Feuer in der Aufbereitungsanlage in Ellerdonk prüft das Kiesunternehmen Holemans derzeit, welche Möglichkeiten es gibt, den Bereich wieder instand zu setzen. Die neue Lkw-Verladestelle liegt erst einmal auf Eis. Von Sebastian Latzel

Den Ausdruck "Größte Herausforderung der Firmengeschichte" findet Claudia Kressin etwas heftig. "Aber es ist schon richtig, dass der Brand eine echte Herausforderung für uns darstellt", sagt die Sprecherin des Kiesunternehmens Holemans. Wie berichtet, hatte es vor zwei Wochen einen Großbrand in der Aufbereitungsanlage Ellerdonk direkt am Rhein gegeben. Bei Schweißarbeiten war Feuer ausgebrochen, es entstand ein Schaden von rund fünf Millionen Euro.

Das ist die eine Seite. Die andere ist die Frage, wie es nach dem Feuer weiter geht. Denn die Aufbereitungsanlage in Bislich steht seitdem still und wird nach ersten Schätzungen wohl auch mindestens ein halbes Jahr nicht mehr in Betrieb gehen.

Das bedeutet gleichzeitig, dass auch am angrenzenden Baggersee in Bislich nicht mehr gearbeitet wird. Denn das Material wurde von dort zur Aufbereitungslange transportiert und von dort auf das Schiff. Das geht jetzt nicht mehr. "Um den Produktionsausfall aufzufangen, haben wir die Kapazitäten in Rees erhöht", erläutert die Firmensprecherin. Im Werk am Reeser Meer werden jetzt Doppelschichten gefahren. Das ist auch möglich, weil zuletzt die Produktion gedrosselt war, nachdem der Absatz eingebrochen war. Aktuell ist es möglich, die komplette Produktion über Rees abzuwickeln. Das bedeute gleichzeitig, dass es keine Belastungen durch LKW-Verkehr gibt. "Denn die Verladung in Rees erfolgt komplett per Schiff. Dabei bleibt es", sagt Claudia Kressin.

Nach dem Brand ist auch erst einmal die neue Lkw-Verladeanlage in Ellerdonk auf Eis gelegt. Der Bereich ist gerade erst neu errichtet worden und sollte demnächst den Betrieb aufnehmen. Das ist jetzt natürlich nicht möglich.

Wie es überhaupt genau mit dem Komplex am Rhein weitergeht, soll in den nächsten Wochen geklärt werden. "Wir prüfen aktuell, was vielleicht noch verwendet werden kann, was abgerissen werden muss", sagt die Firmensprecherin. Abgebrannt ist der Bereich Rohkiesaufbereitung, das Sieb, das aus Gummi und Kunststoff besteht, ist komplett zerstört.

Klar sei aber, dass der Standort Ellerdonk auf jeden Fall erhalten bleibt. "Wir gehen auch davon aus, dass die Versicherung den Schaden übernimmt." Der wird momentan auf rund fünf Millionen Euro geschätzt.

In der Rohkies-Aufbereitungsanlage Ellerdonk haben erste gutachterliche Untersuchungen stattgefunden.

Die Ergebnisse lassen den technischen Leiter Thomas Derksen zumindest ein wenig aufatmen: Die Anlage ist standsicher, sie ist nicht einsturzgefährdet - und man kann sie für Inspektionsarbeiten betreten.

Zu diesem Ergebnis kam der Statik-Experte, der die Anlage unter die Lupe genommen hat.

Quelle: RP
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