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Reportage Am Montag
Kinder werden Künstler und Kuratoren

Reportage Am Montag: Kinder werden Künstler und Kuratoren
Die Jungen und Mädchen präsentieren ihe Arbeiten, die während des Workshops entstanden sind. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Beim Workshop "Gemalter Raum - getanzter Traum" mit Künstler Max Bilitza wurden Jungen und Mädchen aktiv. Von Florian Langhoff

Dinslaken Der Bereich hinter dem Museum Voswinckelshof ist zu einem übergroßen Atelier geworden. Aber den Platz brauchen die zehn bis 14 Jahre alten Teilnehmer des Workshops "Gemalter Raum - getanzter Traum" auch. Denn sie pinseln nicht einfach auf kleinen Leinwänden rum, sondern betreiben Action-Painting. Statt mit Pinseln Farbe auf die Leinwand zu bringen, grundieren sie diese mit Malwerkzeugen wie dem Schädelknochen eines Rehs, einer Dose oder einem alten Stiefel. Zwischendurch wird auch mal mit einem farbgetränkten Boxhandschuh auf die Leinwand geschlagen. Eine ganz eigene Interpretation des Begriffs "Bildhauerei". "Es geht darum, Bewegung auf die Leinwand zu bringen", erklärt Künstler Max Bilitza den Ansatz.

Nach der Grundierung mit den ungewöhnlichen Malwerkzeugen wird Farbe direkt aus den Farbflaschen auf die Leinwände gebracht. Die entstehenden Bilder erinnern an die Werke von Jackson Pollock. Nicht ganz zufällig, denn der hat sicherlich die berühmtesten Bilder dieser Art geschaffen, und natürlich wolln die Kinder auch etwas über ihn erfahren. "Er wollte irgendwann nicht mehr wie gewöhnlich malen, warf seine Leinwand auf den Boden und kleckerte die Farbe darauf", fasst die 14-jährige Jamila die Geschichte zusammen. Heute sind seine Werke Millionen wert. "Als Künstler so wertvoll zu werden, schafft vielleicht einer von einer Million. Da könnt ihr auch Lotto spielen", kommentiert Max Bilitza.

Doch nicht alle Bilder, die hinter dem Museum auf dem Rasen liegen, sind auch von den jungen Künstlern in Dinslaken erstellt worden. "Es gab in der vergangenen Woche einen Workshop mit dem Schwerpunkt Tanz in Duisburg", erklärt Max Bilitza. Dabei haben Kinder in der Nachbarstadt die Tanzbewegungen mit Farbe auf die Leinwände gebracht. Das Projekt über die Stadtgrenzen hinaus wird im Rahmen des Kulturrucksacks NRW von Land und Kommunen gleichermaßen gefördert und ist für die Kinder kostenfrei. "Das ist natürlich ein besonderer Anreiz, einfach mal reinzuschnuppern", sagt Cordula Hamelmann, Museumspädagogin im Museum Voswickelshof. Max Bilitza, selbst nicht nur bildender Künstler, sondern auch Choreograph und Kurator, geht dabei mit den Jugendlichen alle Schritte von der Vorbereitung des ersten Bildes bis zum Kuratieren ihrer Ausstellung.

Gerade diskutieren die jungen Künstler, wie sie ihre Bilder später aufhängen möchten. Ein Zerschneiden der Bilder und deren dreidimensionale Hängung im Raum wird diskutiert. "Man könnte auch ein Bild auf den Boden legen und mit Folie überziehen, so dass die Leute darauf laufen können", erklärt die 12-jährige Fiona. Denn schließlich sollen die Werke der jungen Künstler im Museum ausgestellt werden. Auf geht es unter das Dach des Hauses, wo später die Bilder einen Ausstellungsraum finden sollen. Hier überlegen die jungen Künstler weiter, wie sie ihre Bilder präsentieren möchten, bekommen Tipps und Rückmeldung von den Museumsmitarbeitern und passen ihre Ideen an. "Ihr seid jetzt als Kuratoren noch mal künstlerisch tätig, indem ihr mit euren Werken ein Bild im Raum erstellt", erklärt Max Bilitza den Nachwuchskünstlern.

Die beschäftigen sich weiter damit, wie ihre Ausstellung aussehen soll. Diese wird am 5. August um 15 Uhr im Dinslakener Museum eröffnet. Dann werden auch die Jungen und Mädchen mit dabei sein, die in Duisburg am Workshop teilgenommen haben.

Quelle: RP
 
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